Tennis im Blackout - Berlins Bürgermeister in der Kritik
ZDF
Der Strom ist wieder da in Berlin. Der Regierende Bürgermeister bliebt in der Kritik. Im Blackout spielte er Tennis - und verschwieg das zuerst.
Der Strom ist wieder da in Berlin. Doch für den Regierenden Bürgermeister ist die Krise nicht vorbei. Als Teile der Stadt bibberten, spielte er Tennis und verschwieg das zunächst. Fehler werden verziehen - Unwahrheiten deutlich schwerer. Als Kai Wegner (CDU) am Sonntagvormittag an einem Katastrophenstützpunkt gefragt wurde, wo er denn den ganzen Samstag gewesen sei, antwortete er: Es war 6:13 Uhr, als durch einen Anschlag am Samstag, den 3. Januar, plötzlich 10.000 Menschen im Großstadt-Winter ohne Strom, Heizung und Kommunikation waren. Um 8:47 Uhr sendete das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe via Newsticker die Info: Stromausfall Berlin Steglitz-Zehlendorf. 10:43 Uhr meldete Stromnetz Berlin, dass unklar sei, wann der Strom wieder da sein werde, da der Schaden enorm groß sei. Zwischen 13 und 14 Uhr geht der Regierende Bürgermeister eine Stunde Tennis spielen, so Recherchen des RBB. Mittlerweile weiß die ganze Stadt auch, mit wem er sich die Auszeit beim Sport nahm: mit seiner Lebensgefährtin, der Berliner Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU). Als das bekannt wurde, räumte er ein, er wollte "einfach den Kopf frei kriegen". Seit 8:07 Uhr hätte er am Telefon gesessen und die Behörden abtelefoniert. Er sei die ganze Zeit erreichbar gewesen und hätte sich gleich nach dem Match wieder dem Krisenmanagement gewidmet. Diese nachträgliche Korrektur wirkte nicht mehr wie Transparenz, sondern wie Schadensbegrenzung. Wegner war überführt - zumindest der unvollständigen Darstellung der eigenen Rolle.













