Grönland: Sind Trumps Sicherheitswarnungen nur vorgeschoben?
ZDF
Trump warnt vor russischen und chinesischen Kriegsschiffen vor Grönland, Experten widersprechen. Brauchen die USA die Insel für ihre Sicherheit?
Trump warnt vor russischen und chinesischen Kriegsschiffen vor Grönland. Experten sehen jedoch keine akute Bedrohung. Brauchen die USA die Insel wirklich für ihre Sicherheit? Schon direkt zu Beginn seiner zweiten Amtszeit vor einem Jahr erklärte US-Präsident Donald Trump, die USA müssten die Kontrolle über Grönland übernehmen. Trump argumentierte mit Sicherheitsinteressen der USA und verwies auf die angebliche Präsenz Moskaus und Pekings rund um die geostrategisch günstig gelegene Insel. Wörtlich erklärte er: "Überall sind russische Schiffe, überall chinesische Schiffe, Kriegsschiffe." Dänemark selbst könne das nicht kontrollieren, so Trump. Zuletzt wiederholte Trump diese Behauptung am Sonntag: Grönland sei umgeben von russischen und chinesischen Schiffen. "Wir brauchen Grönland aus Sicht der nationalen Sicherheit." International sorgten die Äußerungen für Empörung. Die Abgeordnete Aaja Chemnitz, die Grönland im dänischen Parlament repräsentiert, warf Trump vor, "Lügen über chinesische und russische Kriegsschiffe zu verbreiten", ähnlich argumentierte Dänemarks Außenminister Lars Løkke Rasmussen. Was ist dran an Trumps Behauptungen? Und brauchen die USA tatsächlich die volle Kontrolle über Grönland für ihre eigene Sicherheit? Nicht nur dänische und grönländische Politiker widersprechen Trumps Beschreibungen, auch Militär- und Sicherheitsexperten sehen keine Belege dafür, dass derzeit russische oder chinesische Kriegsschiffe Grönland systematisch bedrohen. In einem Bericht des dänischen Geheimdienstes von Dezember 2025 heißt es, China verfüge aktuell über keinerlei militärische Präsenz in der Arktis. Das Land nutze stattdessen vier zivile Eisbrecher und ein Forschungsschiff, um Daten zu sammeln und die Fähigkeit für zukünftige Marineoperationen in fünf bis zehn Jahren aufzubauen. Die Missionen beziehen sich aber auf die gesamte Arktis - nicht explizit auf Grönlands Gewässer. Zudem operierten die Schiffe meist weit entfernt, etwa 1.000 Kilometer nordwestlich von Grönland oder nördlich der Beringstraße, heißt es.













