Trump will "Grönland und Dänemark gegeneinander ausspielen"
ZDF
Welche Strategie verfolgt der US-Präsident in Grönland? Experte Volquardsen glaubt nicht an einen Militäreinsatz ähnlich wie in Venezuela.
Welche Strategie verfolgt der US-Präsident in Grönland? Experte Volquardsen glaubt nicht an einen Militäreinsatz ähnlich wie in Venezuela. Trump setze auf ein Befreiungsnarrativ. Donald Trump beansprucht Grönland für sich. Daran hält er vehement fest - und schürt damit in Europa Ängste einer US-Annexion der Arktisinsel. Mögliches Vorbild: der US-Militäreinsatz in Venezuela vor wenigen Tagen. Dass es so weit kommt, glaubt Ebbe Volquardsen nicht. Vielmehr wittert der Grönland-Experte ein anderes Kalkül Trumps. Im Zentrum stehe die Deutung, die Vereinigten Staaten könnten Grönland von der früheren Kolonialmacht Dänemark "befreien" - die weitgehend autonome Insel ist Teil des Königreichs. Dieses Narrativ greife historische Erfahrungen auf und spiele mit den seit Jahrzehnten bestehenden Unabhängigkeitsbestrebungen in Grönland. Volquardsen sieht darin den Versuch, aus der Kolonialgeschichte resultierende Spannungen gezielt zu instrumentalisieren. Das Befreiungsnarrativ könne sowohl das Verhältnis zwischen Dänemark und Grönland belasten als auch innerhalb der grönländischen Gesellschaft neue Bruchlinien erzeugen. Trumps Strategie sei es, die Gesellschaft zu spalten, so der Experte, und "Grönland und Dänemark gegeneinander auszuspielen". Ein militärisches Vorgehen hält Volquardsen für unwahrscheinlich. Stattdessen hält er ein politisches Szenario für möglich, in dem Trump den Grönländern ein Angebot unterbreiten könnte: eine staatliche Unabhängigkeit von Dänemark, verbunden mit einer engen Anbindung oder einer "Freistaaten-Assoziation" an die USA. "Ein klassisches Dealmaking", findet der Experte.













