Konrad Adenauer: "Wir wählen die Freiheit"
ZDF
Heute wäre Konrad Adenauer 150 Jahre alt geworden. Der erste Bundeskanzler nach dem Krieg hat die Bundesrepublik maßgeblich geprägt.
Heute wäre Konrad Adenauer 150 Jahre alt geworden. Der erste Bundeskanzler nach dem Krieg hat die Außenpolitik der Bundesrepublik maßgeblich geprägt - bis heute. Der Geburtstagstisch im Esszimmer ist bereits eingedeckt - mit weißer Tischdecke, Porzellangeschirr und einem Geburtstagskuchen - ein Gugelhupf mit Puderzucker drüber, so als wäre Konrad Adenauer noch da. Heute an diesem Januarmorgen nimmt sein gleichnamiger Enkel am Tisch Platz, der im Wohnhaus Adenauers in Rhöndorf nahe Bonn seine Kindheitsjahre verbracht hat, und erinnert sich: Er und die zahlreichen weiteren Enkel überreichten dem Großvater kleine Blumensträuße und trugen selbstgeschriebene Gedichte vor. Einige bislang unveröffentlichte Geburtstagsgedichte besitzt der Enkel Konrad Adenauers noch. Seine Mutter Karola hat eines extra zum Ehrentag geschrieben: "Immer aufrecht und ausgeglichen, niemals aus der Bahn entwichen. So haben wir Dich hoffentlich lang noch hier. Großvater, wir gratulieren Dir!" Konrad Adenauer war immer mehr als nur geliebter Großvater und berühmter Staatsmann für seinen gleichnamigen Enkel: "Er war für mich eine Art Übervater und nicht nur ein normaler Bundeskanzler, er war der Kanzler. Er hat nach dem Krieg gleich erkannt, dass wir uns auf die richtige Seite stellen müssen, als Wirtschaftsform die soziale Marktwirtschaft wählen und keine Planwirtschaft, die Anbindung an den Westen und die Aussöhnung mit dem Nachbarn Frankreich." Adenauer will die junge Bundesrepublik fest in der westlichen Wertegemeinschaft verankern: Die neu gewonnene Souveränität mit den "Pariser Verträgen" Mitte der 50er Jahre schuf die Voraussetzung für die Nato-Mitgliedschaft, die er vorantrieb sowie die Gründung der Bundeswehr. Die Wiederbewaffnung Deutschlands zur Abschreckung der Sowjetunion setzt er mit Unterstützung der USA durch - trotz innenpolitischem Widerstand von der SPD und landesweiten Demonstrationen gegen eine drohende Remilitarisierung auf der Straße.










