Aktivistengruppe: Mindestens 29 Tote bei Protesten im Iran
ZDF
Bei Protesten im Iran sind laut Aktivisten mindestens 29 Menschen getötet worden. Das Netzwerk HRANA meldet mehr als 1.200 Festnahmen.
Bei den anhaltenden Protesten im Iran sind laut Aktivisten weitere Menschen getötet worden. Das Menschenrechtsnetzwerk HRANA berichtet von mehr als 1.200 Festnahmen. Im Zuge der landesweiten Demonstrationen gegen die autoritäre Staatsführung im Iran sind nach Angaben von Aktivisten inzwischen mindestens 29 Menschen ums Leben gekommen. Zudem seien mehr als 1.200 Menschen festgenommen worden, berichtete das in den USA ansässige Menschenrechtsnetzwerk HRANA. Unter den Toten sollen sich vier Kinder, 29 Demonstranten und zwei Mitglieder der iranischen Sicherheitskräfte befinden. Die Gruppe stützt sich für ihre Berichte auf ein Netzwerk von Aktivisten innerhalb des Irans und hatte in der Vergangenheit bei Unruhen genaue Informationen geliefert. Die halboffizielle Nachrichtenagentur Fars, die als eng mit der paramilitärischen Revolutionsgarde Irans verbunden gilt, berichtete am späten Montagabend, dass etwa 250 Polizisten und 45 Mitglieder der Freiwilligeneinheit Basidsch der paramilitärischen Revolutionsgarde bei den Demonstrationen verletzt worden seien. Den Aktivisten zufolge gab es in den vergangenen Tagen in mindestens 88 Städten Protestkundgebungen. Demonstrationen wurden demnach landesweit aus 27 der 31 Provinzen gemeldet. Nachdem Sicherheitskräfte vor allem in ländlichen Gebieten gewaltsam dagegen vorgegangen waren, erreichten die Demonstrationen erneut auch Metropolen wie Teheran und Maschhad. Auslöser der Proteste war vor mehr als einer Woche ein Schock am iranischen Devisenmarkt, der in Teheran wütende Händler spontan auf die Straße trieb. Die Demonstrationen schlugen jedoch rasch in politischen Protest um, der - wie in der Vergangenheit – mit Härte von der Staatsmacht verfolgt wird. Am Montag kündigte die Justiz der Islamischen Republik an, ohne Nachsicht vorzugehen.













