Experte: Regime in Teheran "steht mit dem Rücken zur Wand"
ZDF
Die Wut in Iran über die autoritäre Staatsführung wächst. Nahost-Experte Gerlach sagt, das Regime stehe "mit dem Rücken zur Wand".
Die Wut in Iran über die Wirtschaftslage und die autoritäre Staatsführung wächst. Nach Einschätzung von Nahost-Experte Daniel Gerlach steht das Regime "mit dem Rücken zur Wand". Die Proteste in Iran gehen weiter. Die Führung in Teheran blockiert das Internet und droht Protestierenden, die an "Terrorakten" teilnehmen würden, mit Gewalt. Welche Bedeutung die aktuellen Demonstrationen haben und wie es nun weitergehen könnte, erklärt Nahost-Experte Daniel Gerlach im Gespräch mit ZDFheute live. Das sagt Daniel Gerlach zu ... Die Proteste in Iran haben nach Einschätzung von Gerlach eine neue Qualität angenommen. Allerdings geht der Experte auch davon aus, dass sie "mit neuen Qualitäten von Gewaltanwendungen beantwortet werden". Teils gewaltsame Demonstrationen würden vom Staatsapparat als Vorwand genommen, "auch zu scharfen Waffen zu greifen". Es sei zu befürchten, "dass das, was wir jetzt gerade sehen, sich fortentwickelt", so Gerlach. Das Regime werde durch weitere Gewaltanwendung versuchen, die Menschen davon abzubringen, zu protestieren. In der gegenwärtigen Lage ist für Gerlach "eine Transformation, eine Übergabe der Macht" geboten. Nur hätten viele Menschen Angst, dass diese nicht mit friedlichen Mitteln zu erreichen sei und die Entwicklungen "in einem Bürgerkrieg" endeten. Das sei letztlich die große Ungewissheit, "das schwarze Loch, vor dem viele stehen, weil sie nicht wissen, wie es weitergeht und nicht wissen, wer tatsächlich eine solche Transformation der Macht vornehmen könnte und ob die Kräfte des Regimes auch bereit dazu sind, das mit friedlichen Mitteln zuzulassen". Wie Clips in den sozialen Netzwerken zeigen, skandieren die Demonstranten in Iran immer wieder "Lang lebe der König!". Gemeint ist damit Ex-Kronprinz Reza Pahlavi, der älteste Sohn des in der Islamischen Revolution 1979 gestürzten letzten Schahs Mohammad Reza Pahlavi. Der 65-Jährige, der seit den 80er Jahren im Exil in den USA lebt, tritt in den vergangenen Tagen immer wieder als Oppositionsfigur auf.













