Künstliche Intelligenz: Boom, Blase oder beides?
ZDF
Um das Thema Künstliche Intelligenz entsteht ein neuer Investitionshype - auch an den Börsen. Doch Experten sehen Parallelen zur Dotcom-Blase.
Beim Thema Künstliche Intelligenz entsteht ein neuer Investitionshype, Milliarden werden in KI-Projekte gesteckt. Doch Experten sehen Parallelen zur Dotcom-Blase. Schon die Namen der Projekte sollen wohl ein Zeichen setzen: Colossus, Hyperion, Stargate. Riesige Datenzentren-Komplexe, die in beachtlichem Ausmaß gebaut werden. Das Ziel: Die eigenen KI-Modelle zu trainieren, um mit der besten, schnellsten KI die Konkurrenz in den Schatten zu stellen. Das ist teuer. Hunderte Milliarden werden in die Bauprojekte gesteckt. Ein Großteil der Investitionen kommt von einer Handvoll Konzernen in den USA. "Und der Trend nimmt auch nicht ab", sagt Prof. Ulrike Malmendier, Ökonomin an der Universität Berkeley. Die angekündigten Ausgaben der Tech-Riesen für 2026 übertreffen die des vergangenen Jahres zum Teil um das Doppelte. Das Resultat ist ein regelrechter Boom. Doch Investitionen müssen sich rechnen. Mit steigenden Ausgaben kommt die Frage auf, wann steigende Einnahmen folgen. Noch können die bekannten großen KI-Modelle häufig gratis genutzt werden, obwohl die Rechenleistung - und damit die Kosten - beachtlich sind. Inwiefern diese KI-Modelle in Zukunft gewinnbringend sein können, ist unklar. Zweifel schüren Ängste vor einer Blase, die platzen könnte. Einem Crash, der Kettenreaktionen an den Finanzmärkten nach sich ziehen könnte. Prof. Markus Brunnermeier ist Ökonom an der Princeton-Universität und Experte für Finanzblasen. Im KI-Hype sieht er einige Anzeichen für eine Blase. Etwa in sogenannten Ringkäufen. Ein Beispiel: Der Chiphersteller Nvidia kündigte an, 100 Milliarden Dollar in OpenAI - den Entwickler von ChatGPT - zu investieren. Geld, mit dem OpenAI dann von Nvidia Chips für neue Rechenzentren kaufen soll. "Im Endeffekt finanziert Nvidia die eigenen Verkäufe durch diese Transaktion", sagt Brunnermeier.










