Der Preis des Iran-Kriegs - und wer ihn wirklich bezahlt
ZDF
Der Krieg mit Iran hat Auswirkungen auf mehrere Lebensbereiche: Neben Öl und Düngemittel auch auf die Preise von Lebensmitteln und Flugtickets.
Drei Wochen nach Kriegsbeginn mit Iran zeigt sich: Die Folgeschäden für die Weltwirtschaft wachsen rasant. Unternehmen und Verbraucher müssen mit deutlich höheren Preisen rechnen. Auch drei Wochen nach dem amerikanisch-israelischen Angriff auf Iran am 28. Februar 2026 bleibt die Straße von Hormus de facto gesperrt. Den Schock, der sich daraus ableitet, hat die Investmentbank Goldman Sachs präzise eingeordnet: Es ist der größte Ölangebotsausfall in der Geschichte der globalen Energiemärkte - größer als das arabische Embargo 1973, größer als die Invasion Kuwaits 1990. Der daraus resultierende Anstieg beim Öl ist für Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), der Hauptfaktor, wenn es um die Kosten des Krieges geht. Nach Berechnungen seines Hauses führt das bis Ende 2027 zu einem Schaden für die deutsche Volkswirtschaft in Höhe von 40 Milliarden Euro. Rund 500 Öl- und Gastanker stecken auf beiden Seiten der Meerenge fest, kein einziger Tanker durchquerte die Straße von Hormus in der zweiten Kriegswoche. Vor der Eskalation transportierten Schiffe täglich insgesamt 19,5 Millionen Barrel durch die Passage. Verschärft wird die Lage durch Angriffe auf die Energieinfrastruktur. Katars Staatskonzern QatarEnergy stellte nach Drohnenangriffen auf seine Flüssiggasanlagen die Produktion ein. Katar ist der weltgrößte LNG-Exporteur. Europas Gaspreise (TTF) haben sich zwischenzeitlich auf über 50 Euro je Megawattstunde verdoppelt. "Die eigentliche Rechnung bezahlen Unternehmen und Verbraucher, die mit wesentlich höheren Kosten für Rohstoffe konfrontiert werden", sagt Martin Lück, Chef-Kapitalmarktstratege des US-Vermögensverwalters Franklin Templeton. Und das macht sich nicht nur an der Tankstelle oder beim Heizen bemerkbar, sondern treibt auch die Preise für Düngemittel.









