Wo Frauen mit ihren Talenten besonders fehlen
ZDF
Der Zentralverband des deutschen Handwerks möchte mehr Frauen in Ausbildung und Führung. Warum Handwerksberufe vielversprechend sein können.
Das Handwerk in Deutschland ist eine wichtige Branche. Doch Frauen sind noch selten. Der Zentralverband sieht exzellente Karrierechancen - und hofft auf viele Nachfolgerinnen. Die Internationale Handwerksmesse in München ist die Leistungsschau einer wichtigen Branche. Denn allein in Deutschland gibt es mehr als eine Million Handwerksbetriebe mit rund 130 verschiedenen Berufen: weniger bekannte wie Kürschner, Korbmacher oder Glasbläser - und sehr beliebte wie Kfz-Mechatroniker, Elektroniker oder Sanitär- und Klimatechniker. Bei den meisten dieser Berufe ist eine Gruppe besonders stark unterrepräsentiert: die der Frauen. Nur ein Drittel der Beschäftigten ist weiblich, unter den Auszubildenden nur ein Sechstel. Auch auf Leitungsebene gibt es noch zu wenig Frauen. Dabei stellt sich bei rund 125.000 Betrieben in Deutschland in den kommenden fünf Jahren die Frage, wer kann und will diese Firmen künftig weiterführen? Frauen könnten auch hier ein wichtiger Teil der Lösung sein. Die Nachfolgefrage stellte sich auch für Ofenbaumeister Reiner Hauck aus Geisenfeld in Oberbayern: 270 Jahre arbeitet seine Familie bereits im Ofenbau. Schon seine Mutter hatte den Beruf gelernt; in den 1950er Jahren die absolute Ausnahme. Doch dass eine seiner beiden Töchter einmal denselben Beruf ergreifen würde, damit hatte er nicht gerechnet. Nach dem Abitur wollte Tochter Laura lieber eine Ausbildung machen als zu studieren. Nun ist sie selbst längst Ofenbaumeisterin. In diesem Jahr übernimmt sie den väterlichen Betrieb, in zwölfter Generation. "Ansonsten hätte ich den Betrieb stilllegen müssen, weil kein Nachwuchs da ist", sagt Reiner Hauck. Es sei schwierig, den Betrieb an Mitarbeiter zu verpachten oder zu übergeben, erläutert Hauck. "Es gibt kaum Meister in der Gegend, die dann den Betrieb führen dürfen."
