Ein deutsches Starlink für die Bundeswehr?
ZDF
OHB bekommt so viele Aufträge wie noch nie. Gemeinsam mit anderen will das Bremer Unternehmen ein Satellitensystem für die Bundeswehr entwickeln.
Der Satellitenhersteller OHB verbucht so viele Aufträge wie noch nie. Mit Airbus und Rheinmetall wollen die Bremer ein Satellitensystem für die Bundeswehr entwickeln. Sich über unternehmerischen Erfolg zu freuen, ist für Marco Fuchs so eine Sache. Ja, die Aktie des Satellitenbauers OHB aus Bremen, dessen Vorstandschef Fuchs ist, befindet sich seit Monaten im Höhenflug. Der Grund dafür ist weniger erfreulich: die weltweit angespannte Sicherheitslage. "Wir erleben turbulente Zeiten für die Raumfahrtindustrie", konstatiert Fuchs auf der Bilanzpressekonferenz in Bremen. Die Bundesregierung nehme die Raumfahrt sehr ernst. "Das große Thema ist die Verteidigungsfähigkeit im Weltraum", so Fuchs. "Die bildet den Rahmen für unsere Wachstumsperspektive." Mit über drei Milliarden Euro befindet sich der Auftragsbestand von OHB auf dem höchsten Niveau der Firmengeschichte. Der Verteidigungsbereich, "Defense" genannt, steht für rund 24 Prozent des Geschäfts. Vor zehn Jahren waren es kaum mehr als zehn Prozent. "Dieser Anteil wird sich noch erhöhen", ist sich Tim Tecklenburg, Finanzvorstand von OHB, sicher. Für große Aufmerksamkeit sorgt seit einiger Zeit ein Satelliten-Projekt, mit dem das Bremer Unternehmen zu einem unverzichtbaren Partner der Bundeswehr würde: Einmal entwickelt, sollen im Konfliktfall bis zu 200 Satelliten über deutsche Panzer, Schiffe und Soldaten wachen und sie miteinander vernetzen. Gewissermaßen ein deutsches "Starlink". "In der Kriegsführung, das sehen wir verstärkt in der Ukraine, wird Taktik immer wichtiger", erklärt Professor Andreas Knopp von der Bundeswehr-Universität München. "Je schneller ich auf eine Situation reagieren kann, weil ich über Echtzeitinformationen verfüge, desto größer ist mein taktischer Vorteil", so Knopp. Genau das biete ein satellitengestütztes System an.






