Nordkoreas brutales ökonomisches System
ZDF
Das Leben in Nordkorea unter Führung von Kim Jong Un ist hart. Die Schattenwirtschaft des Landes ermöglicht vielen Menschen das Überleben.
Das Leben in Nordkorea ist hart - und zwingt viele Einwohner zu unkonventionellen Wegen. Die Schattenwirtschaft des Landes ermöglicht vielen Menschen das Überleben. Schmuggel und Bestechung, das sind zwei Eckpfeiler der Ökonomie in Nordkorea. "Wenn du in diesem System überleben willst, dann musst du Handel treiben", sagt Seon-ju in der ZDFinfo-Dokumentation "Nordkoreas Geheimnisse - Blick in ein verschlossenes Land". "Allein mit Arbeit für den Staat kann man nicht leben." Seon-ju ist in der Grenzregion zu China aufgewachsen. 2009 fing sie an, Kleidungsstücke über die Grenze ins Land zu schmuggeln. Als ihr siebenjähriger Sohn einen schweren Unfall hatte und keine angemessene medizinische Behandlung in Nordkorea bekommen konnte, ist sie mit ihm geflüchtet. Bis 2019 konnten noch jährlich etwa 1.000 Menschen dem Regime entkommen. Nachdem Nordkorea die Grenzanlagen verstärkt hat, sind es geschätzt nur noch ungefähr 100 pro Jahr. Gut fünf Monate war Seon-ju mit ihrem Sohn unterwegs, bis sie in Südkorea ankamen. In ihrem neuen Heimatland begann sie zu studieren, ihr Sohn ging zur Schule. Seon-ju hätte sich lieber mit Rattengift selbst getötet, als nach Nordkorea zurückzugehen. Schmuggel ist jedoch nicht der einzige Ausweg aus der Not. Andere Frauen produzieren Lebensmittel und verkaufen sie auf Schwarzmärkten, den Jangmadang. Die Behörden haben diese Märkte inzwischen legalisiert, denn die Basare sind überlebenswichtig für große Teile der Bevölkerung. Schließlich sind allein zwischen 1994 und 2000 Schätzungen zufolge zwischen 200.000 und mehr als zwei Millionen Menschen in Nordkorea verhungert. Seit dem Ende des Kalten Krieges sind Hilfslieferungen aus China und Russland ausgeblieben. Wegen Missernten wurden die staatlichen Essensrationen für Bauern und Arbeiter abgeschafft. "Und weil Privateigentum verboten ist, blieb nichts mehr zu essen", sagt Eun-jung, deren Großmutter verhungerte. Eun-jung konnte fliehen und arbeitet heute in Südkorea als Radiomoderatorin.
