Klinik in Wriezen: Was für Ärzte und Pfleger im Alltag zählt
ZDF
Krankenhausreform, Fachkräftemangel und Co. erschweren die medizinische Versorgung auf dem Land. Ein Blick in den Alltag der Landklinik Wriezen.
Personalmangel, knappe Finanzen und die Krankenhausreform setzen kleine Kliniken unter Druck. Die Landklinik Wriezen zeigt, wie angespannt die Versorgung im ländlichen Raum ist. Die medizinische Versorgung auf dem Land wird zunehmend schwieriger. Der Alltag in der Landklinik Wriezen im östlichen Brandenburg, nahe der polnischen Grenze, ist geprägt von enormem persönlichem Einsatz und wachsendem Druck. Die Personalnot ist groß, die Finanzen sind knapp, das Einzugsgebiet riesig und die Bevölkerung überdurchschnittlich alt. Viele Patientinnen und Patienten leben allein, verfügen über kein Auto und sind auf einen schlecht ausgebauten Nahverkehr angewiesen. Im Notfall kann das zum Problem werden. Auch für den Rettungsdienst ist die ländliche Struktur eine besondere Herausforderung. Die Anfahrtswege sind lang, viele Einsätze ein Wettlauf gegen die Zeit - und die Entfernungen. Notarzt Kai erlebt regelmäßig, dass schwerkranke Patientinnen und Patienten zunächst stabilisiert und anschließend in größere Kliniken verlegt werden müssen. "Die Wege auf dem Land sind meistens weiter als in der Stadt, wenn wir zum Beispiel einen kritischen Patienten zur nächstgelegenen Stroke Unit bringen müssen", erklärt der 43-Jährige. Die Klinik funktioniert vor allem durch Menschen, die ihren Beruf nicht nur ausüben, sondern leben. Krankenschwester Birgit hat bereits zu DDR-Zeiten hier gelernt und erlebt, wie sich das Gesundheitswesen verändert hat. Heute prägen Effizienzvorgaben und Kostendruck den Alltag stärker als früher. Fällt Personal aus, gibt es kaum Reserven. "Sobald eine Kollegin krank ist, dann ist sofort ein Engpass da", berichtet die 61-Jährige. Das bedeute auch manchmal den Verzicht auf einen freien Tag.
