Worum es beim politischen Aschermittwoch geht
ZDF
Der politische Aschermittwoch ist Bühne für scharfe Reden der Parteien - nicht nur in Bayern. Was steckt hinter dem Spektakel?
Der Fasching ist vorbei - und nicht nur in Bayern fliegen die politischen Fetzen. Der politische Aschermittwoch ist Bühne für scharfe Reden. Was steckt hinter dem Spektakel? Nach Karneval, Fasching oder Fastnacht kommt der Aschermittwoch - und mit ihm ein Tag mit langer Geschichte. Während manche den Beginn der Fastenzeit nutzen, um auf Süßigkeiten, Alkohol oder Social Media zu verzichten, liefern sich die Politiker an diesem Tag jährlich hitzige Wortgefechte. Der politische Aschermittwoch ist eine traditionsreiche Großveranstaltung, bei der Politiker lautstarke Reden schwingen. Es geht um Stimmungsmache, das Setzen von Themen und politische Positionierung - oft polemisch, mit dem Ziel, Botschaften zu platzieren. Der bekannteste Schauplatz ist Passau, wo die CSU seit Jahrzehnten ihre politische Veranstaltung abhält. Nach und nach haben auch Parteien wie die SPD, die Grünen und die FDP das Konzept übernommen. Das Ereignis, wie man es heute kennt, wurde in den 1960er Jahren maßgeblich vom damaligen CSU-Vorsitzenden Franz Josef Strauß geprägt - vor allem durch seinen unverblümten, oft stundenlangen Redestil. 1975 etwa warf er der SPD-geführten Regierung Misswirtschaft und Chaos vor: Reden wie diese setzten Maßstäbe für eine Tradition, die auch der aktuelle Ministerpräsident Bayerns Markus Söder (CSU) fortführt, mit markanten Aussagen wie 2021 über die AfD: "Wenn Sie die 'Herr der Ringe'-Saga kennen, wo wäre dann die AfD? Sie würde sich nur in Mordor wohlfühlen. Da würde sie hingehören." In der fiktiven Welt der Saga ist Mordor das Reich und die Basis des bösen Zauberers Sauron.













