Kindergeld bald ohne Antrag? Wie das funktionieren soll
ZDF
Wer ein Kind bekommt, muss bisher Kindergeld beantragen. Das Finanzministerium plant eine Reform - ab 2027 sollen es viele automatisch bekommen.
Wer ein Kind bekommt, muss bisher mühsam Kindergeld beantragen. Das Finanzministerium plant nun eine Reform: Ab 2027 soll die Auszahlung für viele Familien automatisch erfolgen. Obwohl fast jedes Kind Anspruch auf Kindergeld hat, muss die Leistung nach der Geburt aktiv beantragt werden. Das soll sich nach Angaben des Bundesfinanzministeriums im nächsten Jahr ändern. Wie das funktionieren soll. Wer ein Kind bekommt, meldet es beim Standesamt an, teils übernehmen das auch die Krankenhäuser. Damit bekommt das Kind eine Steuer-ID, die man für den Antrag auf Kindergeld bei den Familienkassen braucht. Das Formular kann man schriftlich einreichen oder elektronisch über das Elster-Portal, mit dem man auch seine Steuererklärung macht. Kritiker des bisherigen Systems meinen, für viele Familien sei das gerade kurz nach einer Geburt zu aufwendig. Außerdem seien die Formulare so kompliziert, dass viele Anträge zu spät gestellt würden. Wenn ein Neugeborenes angemeldet wird, soll das Standesamt künftig weiterhin das Bundeszentralamt für Steuern informieren - und dieses dann selbstständig die Familienkasse. Voraussetzung für die automatische Auszahlung ist, dass der Staat die Kontoverbindung (IBAN) von mindestens einem Elternteil kennt. Wenn beide Kontonummern vorliegen, zahlt die Familienkasse erstmal automatisch an die Mutter. Familien, die damit nicht einverstanden sind, können das ändern lassen. Die Kontoverbindung kann man jetzt schon beispielsweise über das Steuerportal Elster melden.













