Sklaverei-Ausstellung: US-Richterin ordnet Wiederaufbau an
ZDF
Eine US-Richterin wirft der Regierung vor, "historische Wahrheiten zu verschleiern" - und ordnet den Wiederaufbau einer Sklaverei-Ausstellung an.
Eine US-Richterin hat die Trump-Regierung angewiesen, eine Ausstellung über Sklaverei wieder aufzubauen. Die US-Regierung dürfe Geschichte nicht verfälschen. Eine US-Richterin hat den Wiederaufbau einer vor einigen Wochen abgebauten Freiluftausstellung in Philadelphia über die Geschichte der Sklaverei in den USA angeordnet. Die US-Regierung habe nicht die Befugnis, "historische Wahrheiten zu verschleiern und zu verfälschen", hieß es im Urteil der US-Richterin Cynthia M. Rufe vom Montag. Die Großstadt im US-Bundesstaat Pennsylvania hatte gegen den Abbau der Ausstellung Klage eingereicht. Rufe berief sich in ihrer Entscheidung auf den Roman "1984" des britischen Schriftstellers George Orwell über einen dystopischen, autoritären Staat. Es sei, "als gäbe es nun das Ministerium für Wahrheit aus George Orwells '1984' mit seinem Motto 'Unwissenheit ist Stärke'", schrieb die Richterin in ihrem Urteil. Die US-Regierung behaupte, "sie allein habe die Macht, historische Darstellungen zu löschen, zu verändern, zu entfernen und zu verbergen", so Rufe. Die Ausstellung war im Januar von der US-Nationalparkverwaltung (NPS) abgebaut worden. Nach Angaben der Stadtverwaltung von Philadelphia war der Abbau der Ausstellung "vermutlich" eine Folge eines Dekrets, das US-Präsident Donald Trump im März vergangenen Jahres unterzeichnet hatte. Darin forderte der US-Präsident, "die Wahrheit und den Verstand in der amerikanischen Geschichte wiederherzustellen" und die "Verbreitung von spaltender Ideologie" rückgängig zu machen. Der Anordnung zufolge dürfen keine Elemente ausgestellt werden, die Amerikanner "unangemessen" verunglimpfen. In dem Dekret wurde die Ausstellung in Philadelphia mit dem Titel "Freiheit und Sklaverei in der Entstehung einer neuen Nation" als Beispiel angeführt.













