Warum Patienten künftig zuerst zum Hausarzt sollen
ZDF
Volle Praxen, lange Wartezeiten: Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will das ändern. Der Hausarzt als Lotse soll Patienten besser steuern.
Volle Praxen, lange Wartezeiten auf Facharzttermine - Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will das ändern. Der Hausarzt als Lotse soll Patienten besser steuern. Wie schnell kann man zum Orthopäden gehen? Kassenpatienten müssen oft wochenlang auf Termine warten. Bald soll es "Zuerst-zum-Hausarzt" heißen - und seltener, aber dafür schneller zum Facharzt. Das "Primärarztsystem" ist ein gesundheitspolitisches Großprojekt der schwarz-roten Regierung. Im Koalitionsvertrag wurde vereinbart, dass der Hausarzt als primärer Lotse im Gesundheitssystem die Patienten steuern soll. Und auch das Handy soll zum Lotsen werden, heißt es jetzt: "Ein wesentlicher Bestandteil wird dabei ein verlässliches digitales bzw. telefonisches Verfahren zur Ersteinschätzung sowie die Weiterentwicklung der Terminvermittlung sein", sagt Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) heute. Warken hatte zuvor mit Ärzteschaft, Krankenkassen und Patientenvertretern über das Gesetz zum verbindlichen Primärarztsystem gesprochen. Bis zum Sommer soll ein Referentenentwurf vorliegen. "Nicht trivial" sei das Vorhaben, unterstreicht Warken, "wir können das nicht von heute auf morgen einführen". Tatsächlich ist die Dimension beachtlich: Auf fast eine Milliarde Patientenkontakte kommen die 98.500 Praxen in Deutschland laut Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Im internationalen Vergleich gehen Deutsche überdurchschnittlich häufig zum Arzt und oft zum falschen, nämlich direkt zum Facharzt.













