EU sieht Freihandelsabkommen mit Indien vor Abschluss
ZDF
Die EU und Indien stehen kurz vor einem Freihandelsabkommen. Die deutsche Industrie hofft auf niedrigere Zölle und besseren Marktzugang.
Die EU ist einer der größten Handelspartner Indiens. Nun soll das seit langem angestrebte Freihandelsabkommen bald unterzeichnet werden. Zuspruch kommt von der deutschen Industrie. Die EU und Indien verhandeln nach Angaben aus Brüssel über die letzten Eckpunkte eines Handelsabkommens, das noch in dieser Woche unterzeichnet werden könnte. "Wir arbeiten hart daran", sagte eine EU-Kommissionssprecherin in Brüssel. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa sind zurzeit für ein Gipfeltreffen mit Indiens Premier Narendra Modi in Neu-Delhi. Das Handelsabkommen werde die Partnerschaft zwischen der EU und Indien "auf ein neues Niveau heben", sagte die Sprecherin. Die EU erhofft sich mehr Exporte nach Indien, darunter Autos und einige Agrarprodukte. Indien könnte mehr Stahl, Medikamente und Textilprodukte liefern. Das Abkommen soll zudem Patenthürden abschaffen. Indien ist mit rund 1,4 Milliarden Einwohnerinnen und Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der Erde und dürfte Schätzungen zufolge in diesem Jahr zur viertgrößten Volkswirtschaft aufsteigen, die EU will sich einen Zugang zu diesem Exportmarkt sichern. Die aus 27 Ländern bestehende EU ist einer der größten Handelspartner Indiens. Die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen waren 2022 nach einer neunjährigen Pause wieder aufgenommen worden. Sie nahmen zuletzt Fahrt auf, nachdem US-Präsident Donald Trump mit seiner Zollpolitik für Probleme in der europäischen Exportwirtschaft sorgte. Mit Indien will die EU außerdem in der Cybersicherheit und der Terrorismus-Abwehr enger zusammenarbeiten. Die deutsche Industrie hofft auf eine zügige Verkündung des Abkommens. Dies wäre ein echter Game-Changer, sagte der Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Volker Treier.













