Blackout-Gefahr: Wie verwundbar ist unser Stromnetz?
ZDF
Das Stromnetz hat Schwachstellen, die leicht angreifbar sind. Die Versorgung von Stadtteilen und Dax-Konzernen könnte gefährdet sein.
Das Stromnetz hat Schwachstellen, die kaum geschützt und leicht angreifbar sind. Frontal-Recherchen zeigen: Die Versorgung von Stadtteilen und Dax-Konzernen könnte gefährdet sein. Attentäter hatten in Berlin-Lichterfelde Anfang des Jahres freiliegende Kabel in Brand gesetzt. Zehntausende Haushalte waren fünf Tage ohne Strom. Jetzt zeigen Recherchen von ZDF frontal: Freiliegende Hochspannungs-Kabel an empfindlichen Stellen gibt es auch in anderen Städten. Sie versorgen ganze Stadtteile und auch Dax-Konzerne, etwa ein Mercedes-Werk und einen Standort des Flugzeugbauers Airbus. Derartige Schwachstellen lassen sich in öffentlich zugänglichen Stromnetz-Karten im Internet recherchieren. Redaktioneller Hinweis: Die besonders verwundbaren Punkte werden an dieser Stelle nur allgemein beschrieben, um keine potenziellen Anschlagsziele zu offenbaren. Stets sind es Leitungen, die im Stromnetz für die Versorgung besonders wichtig sind: Im Westen etwa bei Köln, im Osten bei Chemnitz und im Norden bei Schwerin und bei Hamburg. Auf Nachfrage von ZDF frontal teilen die zuständigen Netzbetreiber mit, aus Sicherheitsgründen keine weiteren Informationen zu einzelnen Standorten mitteilen zu können. Professor Kai Strunz von der TU Berlin fordert bei den vom ZDF aufgedeckten Schwachstellen einen besseren baulichen Schutz. Strunz sieht die Netzbetreiber in der Pflicht, sie seien für den Anlagenschutz zuständig. "Es schleicht sich offensichtlich manchmal eine gewisse Leichtsinnigkeit ein", vermutet Strunz und kritisiert, "dass man gewisse neuralgische Punkte einfach unterschätzt und vielleicht auch - Prinzip Hoffnung - glaubt, dass hoffentlich nichts passiert."













