
Satire zwischen Stroboskop und Selbstzweifeln
n-tv
2024 feiert Charli xcx mit ihrem Album "brat" Erfolge. Nun wirft sie mit Filmemacher Aidan Zamiri einen selbstironischen Blick zurück in die Zeit der anschließenden Tourvorbereitungen. Alexander Skarsgård kann dabei mit seinem neu entdeckten Comedy-Talent punkten.
2024 feiert Charli xcx mit ihrem Album "brat" Erfolge. Nun wirft sie mit Filmemacher Aidan Zamiri einen selbstironischen Blick zurück in die Zeit der anschließenden Tourvorbereitungen. Alexander Skarsgård kann dabei mit seinem neu entdeckten Comedy-Talent punkten.
Menschen jenseits der 30, die gerade in Berlin weilen, ohne Berührungspunkte zur Berlinale zu haben, könnten sich gefragt haben, was hinter den neongrünen Plakaten mit der Aufschrift "brat" (auf Deutsch: Göre) steckt. Musikbegeisterte GenZler dagegen wissen natürlich, dass so das 2024 erschienene sechste Album von Charlotte Emma Aitchison aka Charli xcx heißt. Warum aber jetzt, zwei Jahre nach dessen Veröffentlichung, die erneute Plakatierung? Der Grund ist die Mockumentary "The Moment", die bei der Berlinale Deutschland-Premiere feierte und nun regulär in die Kinos kommt.
Vor der Veröffentlichung von "brat" erstrahlten einst diverse Social-Media-Feeds in jener Farbe, eine großangelegte Werbekampagne sorgte für einen Hype, von dem selbst Kamala Harris während ihres Wahlkamps zu partizipieren versuchte. Leider vergebens. Für Charli xcx aber wurde "brat" nicht nur dank vieler Memes zum Erfolg und unter anderem bei den Brit Awards als Album des Jahres ausgezeichnet. Die an Electro-Sounds der 2000er erinnernde Musik von "brat" war ebenso grell wie sein Cover, die Rave-Attitüde rotzig und ironisch, um sich vom allzu perfektionistischen Popallerlei abzuheben. Fans und Kritiker feierten es.
Und Ironie steht nun auch im Zentrum der Mockumentary "The Moment", die kurz nach Veröffentlichung des Longplayers und kurz vor dem Start der "brat"-Tournee ansetzt. Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren, die zweiwöchigen Proben stehen an. Zu Höchstleistungen angetrieben wird die gerade trotz allen Erfolgs an Selbstzweifeln leidende Charli xcx von Labelmanagerin Tammy (Rosanna Arquette), der die Ideen und Visionen ihres Goldesels ziemlich egal sind, Hauptsache, die Kasse klingelt.
Und wie kann man aus einer Tour noch mehr Kohle ziehen? Richtig, durch einen Konzertfilm, der sich im Nachgang weiter vermarkten und verkaufen lässt. Finanziert wird der - natürlich - von Amazon. Dafür wird Regisseur Johannes Godwin (Alexander Skarsgård) engagiert, ein bekannter Name in der Branche, der allerdings seine ganz eigenen Vorstellungen für seinen Film und die dafür passenden Live-Visuals hat. Sehr zum Leidwesen von Celeste (Hailey Benton Gates), in deren Zuständigkeitsbereich diese fallen.

Menschen in Deutschland lesen im Durchschnitt rund eine halbe Stunde pro Tag. Das ist durchaus ausbaufähig, findet Bob Blume. Der Lehrer und Autor wünscht sich eine Rückbesinnung auf die großen Kulturtechniken Lesen und Schreiben und verspricht sich davon nicht weniger als die Stärkung der Demokratie.












