Linken-Spitze will Antisemitismus nicht tolerieren
ZDF
Die Spitze der Linken verurteilt jede Form von Antisemitismus, heißt es in einem Antrag. Damit reagiert sie auf innerparteiliche Debatten.
Die Spitze der Linken verurteilt jede Form von Antisemitismus, heißt es in einem neuen Antrag. Damit reagiert die Parteispitze auch auf einen Beschluss der Linken in Niedersachsen. Nach der Aufregung um einen Beschluss der niedersächsischen Linken zum Zionismus verurteilt die Spitze der Bundespartei klar jede Art von Antisemitismus. "Die Linke stellt sich gegen jede Form von Antisemitismus, antimuslimischem Rassismus und gegen die Instrumentalisierung des Nahostkonflikts für innenpolitische Hetze", heißt es in einem Antrag des Geschäftsführenden Bundesvorstandes an den Bundesparteitag, der Mitte Juni in Potsdam stattfindet. Das ARD-Hauptstadtstudio hatte zuerst über den Antrag berichtet, er lag auch der Deutschen Presse-Agentur vor. Die Linke bekenne sich weiterhin "unmissverständlich" zum Selbstbestimmungsrecht von Jüdinnen und Juden im heutigen Staat Israel, genauso wie zum Selbstbestimmungsrecht von Palästinenserinnen und Palästinensern in einem unabhängigen Staat Palästina, heißt es in dem sechsseitigen Papier, über das nun der gesamte Bundesvorstand noch berät. "Dies schließt ausdrücklich das Existenzrecht Israels und das Existenzrecht Palästinas im Sinne einer integrativen Zweistaatenlösung ein", betont die Linken-Spitze um die Vorsitzenden Ines Schwerdtner und Jan van Aken. Die Linke verurteilt in dem Papier die islamistische Hamas und deren Gewalt und kritisiert zugleich scharf das Vorgehen Israels. "Auch wir in der Linken sind mehrheitlich davon überzeugt, dass die systematisch begangenen Verbrechen einen Völkermord darstellen", heißt es in dem Papier. Die israelische Regierungspolitik wird als "zunehmend autoritär, nationalistisch und offen expansionistisch" beschrieben. Mit dem Vorschlag für den Parteitag reagiert die Führung auf innerparteiliche Debatten, die sich zuletzt an einem Beschluss der Linken in Niedersachsen neu entzündet hatten. Der kritisierte Beschluss des Landesverbands vom vergangenen Wochenende richtet sich gegen "heute real existierenden Zionismus".













