Bayerische Watschn für Weimer
ZDF
Kein Staatsempfang, keine Teilnahme, keine Schirmherrschaft – Markus Söder entzieht Wolfgang Weimers Ludwig-Erhard-Gipfel die Unterstützung.
Kein Staatsempfang, keine Teilnahme, keine Schirmherrschaft - Markus Söder entzieht dem Erhard-Gipfel die Unterstützung. Und brüskiert damit Kultur-Staatsminister Wolfram Weimer. Es war schon seit längerem eine erkaltete Liebe zwischen dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder und dem Gründer und langjährigen Teilhaber der Weimer Media Group, Wolfram Weimer, jetzt seit gut acht Monaten Staatsminister für Kultur in der Regierung Friedrich Merz. Stein des Anstoßes waren die Medienberichte, dass Weimer ganz persönlich als Gesellschafter vom Erfolg des - mit bayerischen Steuergeldern ausgestatteten - Ludwig-Erhard-Gipfels profitiert. "Deutschlands Meinungsführertreffen" - so lobt man sich selber in der Eigenwerbung, findet traditionell im Frühjahr am Tegernsee statt, wo auch der Veranstalter, die Weimer Media Group, ihren Stammsitz hat. Die Unterstützung der Staatsregierung sei "eine Grauzone", begründete Söder heute den Rückzug. Und mit Bezug darauf, dass der Veranstalter "relativ offensiv" Kontaktanbahnungen zwischen Wirtschaftsvertretern und Politikern auf dem von Söder veranstalteten und finanzierten Staatsempfang beworben habe, setzt der Ministerpräsident hinzu: Das ist eine schallende Ohrfeige aus Bayern für den Kulturstaatsminister in Berlin. Wolfram Weimer hatte das Treffen am Tegernsee gemeinsam mit seiner Frau gegründet, war aus der operativen Führung nach dem Wechsel ins Kabinett aber ausgeschieden. Nur seine Anteile an der Weimer Group behielt er zunächst. Wie die daraus zu erwartenden Gewinnausschüttungen. Auf öffentlichen Druck, dem er sich nach Medienberichten im Spätherbst ausgesetzt sah, übertrug er seine Anteile schliesslich an einen Treuhänder. Schon während dieser Debatte im vergangenen Jahr hatte sich Söder von Weimer scharf distanziert. In einem Podcast des "FOCUS" sagte der CSU-Chef: "Man muss sich entscheiden - Blaulicht oder Konto. Entweder will man Geld verdienen oder man will in der Politik bleiben. Zusammen geht es nicht." Ein kaum verklausulierter Hinweis an Kanzler Friedrich Merz, sich die weitere Zusammenarbeit mit Wolfram Weimer zu überlegen.













