Und dann steht Pistorius plötzlich im Teebaum-Rauch
ZDF
Zwischen Räucherzeremonie und Rüstungsdeals: Verteidigungsminister Pistorius wirbt in Australien für engere Zusammenarbeit.
Verteidigungsminister Pistorius wirbt in Australien für engere Zusammenarbeit. Zwischen Rüstungsdeals nimmt er auch an einer traditionellen Räucherzeremonie teil - zur Reinigung. Der Tag beginnt mit Rauch. Dichter, würziger Rauch steigt in den Himmel über Canberra, während ein Ältester Blätter verbrennt - Eukalyptus, Teebaum. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und sein australischer Amtskollege Richard Marles schreiten langsam hindurch, fächeln sich den Rauch über Arme und Schultern. Die sogenannte "Smoking Ceremony" ist ein jahrtausendealtes Reinigungsritual der Aboriginals. Der Rauch soll schlechte Energien vertreiben, schützen, einen neuen Anfang markieren. Ein Auftakt, der an diesem Tag gut passt. Denn auch politisch geht es um einen Neuanfang - oder zumindest um eine Neujustierung. Australien, lange sicher eingebettet zwischen Ozeanen und Bündnissen, blickt zunehmend nervös auf seine Umgebung. China tritt selbstbewusster, aggressiver auf. Die USA, traditioneller Schutzgarant, gelten nicht mehr als verlässlich. Die Folge: ein Land auf Partnersuche. Und Deutschland? Sucht ebenfalls. Was beide verbindet, formuliert Pistorius ungewöhnlich offen. Die Welt sei unberechenbarer geworden, sagt er - und die Unberechenbarkeit nehme weiter zu. Gerade deshalb dürfe man sich nicht nur daran orientieren, was andere tun.













