Auf der Suche nach neuen Partnern in unsicheren Zeiten
ZDF
Krieg in Nahost, Krieg in der Ukraine, Zweifel an den USA: Verteidigungsminister Pistorius reist nach Asien, um neue Partner zu gewinnen.
Krieg in Nahost, Krieg in der Ukraine, Zweifel an den USA: Verteidigungsminister Pistorius reist nach Asien, um neue Partner zu gewinnen und die regelbasierte Ordnung zu stärken. Die Verbeugung der beiden Verteidigungsminister klappt noch nicht ganz im Gleichklang, als sie auf der Marinebasis Yokosuka nahe Tokio in der Frühlingssonne die Ehrenformation der japanischen Selbstverteidigungs-Streitkräfte abschreiten. Doch abseits dessen scheinen sich Boris Pistorius (SPD) und Shinjiro Koizumi über vieles einig zu sein. Auf der Marinebasis sprechen beide von einer Welt in Unruhe: der eskalierende Iran-Krieg, Russlands Angriff auf die Ukraine ohne Aussicht auf ein Ende, ein immer offensiver auftretendes China. Und dazu der Partner USA, der für beide Länder lange unverzichtbare Schutzmacht war - auf den heute aber weniger Verlass ist. Die Konsequenz: neue Allianzen. Mittelmächte müssten enger zusammenrücken, sagt Pistorius, "like-minded-Partner", die an der regelbasierten Ordnung festhielten. Beim Pressestatement auf der Mole vor einem japanischen Zerstörer wird der Blick globaler. Konflikte seien miteinander verknüpft, so Pistorius: Nordkorea destabilisiere den Indo-Pazifik - und unterstütze zugleich Russland im Krieg gegen die Ukraine. Die dort gesammelte Kampferfahrung erhöhe wiederum die Gefahr in Asien. Koizumi warnt, der Iran-Krieg dürfe nicht dazu führen, dass der Indo-Pazifik aus dem Fokus gerate. Im Gegenteil: Gerade jetzt gehe es darum, die eigene Abschreckung gemeinsam zu stärken. Die sicherheitspolitische Lage habe sich so verändert, dass kein Staat mehr allein agieren könne. Japan ist die erste Station einer Reise, die Pistorius weiter nach Singapur und Australien führen wird - und sie ist bewusst gewählt. Der Indo-Pazifik ist für Deutschland längst mehr als eine ferne Region. Hier verlaufen zentrale Handels- und Versorgungsrouten, hier entscheidet sich der Zugang zu Rohstoffen und Schlüsseltechnologien - und hier wächst zugleich das Risiko militärischer Konfrontation. Für Berlin ist die Reise deshalb auch ein Signal: Deutschland will hier sichtbarer werden. Lange lag der Fokus auf Handel, Diplomatie und wirtschaftlicher Vernetzung. Doch mit Russlands Angriff auf die Ukraine, Chinas wachsendem Machtanspruch und den Zweifeln an der Verlässlichkeit der USA hat sich der Blick verändert. Der Indo-Pazifik wird zunehmend auch als sicherheitspolitischer Raum verstanden.













