Warum schweigende Waffen allein keinen Frieden garantieren
ZDF
Waffenstillstand, doch der Konflikt bleibt: Beispiele aus Syrien und Nordirland zeigen, wie lang der Weg vom Ende der Gewalt zum Frieden ist.
Länder wie Syrien suchen Frieden nach Jahrzenten des Bürgerkriegs, während die Kriege im Iran und in der Ukraine weiter eskalieren. Gibt es Rezepte für eine friedlichere Welt? Nordirlands Bürgerkrieg gilt seit fast drei Jahrzehnten als beendet. Trotzdem ist Belfast auch heute eine geteilte Stadt. Mauern, so genannte Peace Walls, trennen protestantische von katholischen Vierteln. Robert McClenaghan hat als junger katholischer Nationalist für die IRA, Nordirlands einst gewalttätige Untergrundorganisation, Bomben gebaut. Zwölf Jahre hat er dafür im Gefängnis verbracht. Frieden sieht er nicht in seinem Land. "Es ist eine andere Art von Konflikt", sagt er, politisch statt militärisch. Die vielen Toten bedauert Robert. Heute sieht er es als seine Aufgabe an, sich dafür einzusetzen, dass so etwas nie wieder passiert. Aber die Gewalt von damals war für ihn eine Notwendigkeit. Nach so vielen Jahren ehemaligen Feinden die Hand zu reichen, ist vielleicht der schwierigste, aber auch der wichtigste Schritt für einen stabilen Frieden. In Belfast erinnern zahllose Mauern mit Bildern und Schriftzügen an die Schlachten des Konflikts. Helden und Märtyrer für die einen, Mörder für andere. Mark hat als Soldat auf Seite der britischen Armee gegen die Nationalisten gekämpft. Das Belfast seiner Jugend bezeichnet er als Kriegsgebiet: "Leichen auf dem Schulweg, weggeworfen in Hinterhöfen und Mülltonnen, Schreie und Hilferufe." Wenn die Waffen schweigen, beginnt die Erinnerung. Entscheidend sei, wie erinnert wird, sagt Mark. Die Mahnmale für die Gefallenen, die ständige Erinnerung im Alltag. Mark würde all das am liebsten ins Museum verbannen. "Unseren Kindern vermittelt es die falschen Grundlagen", sagt Mark. Die internationale Sonderkorrespondentin des ZDF, Katrin Eigendorf, und der Dokumentarfilmer Carl Gierstorfer haben für ihre "auslandsjournal"-Dokumentationen "So geht Frieden!" acht Länder bereist, um herauszufinden, was Frieden ausmacht, wie er entsteht und was es braucht, um ihn zu bewahren.Die Autoren diskutieren gemeinsam mit Friedensforscher Professor Jonas Wolff (Peace Research Institute Frankfurt), Polit-Influencerin Nina Poppel (Nini erklärt Politik), ZDF-Politikchefin Shakuntala Banerjee und ZDFheute live Moderator Christian Hoch über aktuelle Konflikte und mögliche Wege zum Frieden.Ihre Meinung ist gefragt! Die Debatte aus dem Schlachthof Wiesbaden streamen wir gemeinsam mit dem auslandsjournal als ZDFheute live am 31. März um 20 Uhr. Die Sendung finden Sie unter "Iran, Ukraine, Syrien: Wie man Kriege beenden kann | auslandsjournal und ZDFheute live".













