FDP-Chef Christian Dürr tritt zurück - vorerst
ZDF
Christian Dürr zieht Konsequenzen: Nach ZDFheute-Informationen tritt der FDP-Chef vorerst zurück - nach den heftigen Niederlagen in den Ländern.
FDP-Chef Dürr kündigt vorerst seinen Rücktritt an. Mit ihm soll der ganze Parteivorstand im Mai neu aufgestellt werden. Die Liberalen wollen sich neu erfinden im Überlebenskampf. Zunächst hatte nur der Parteichef selbst eine Art Vertrauensfrage stellen wollen - doch dann ging es plötzlich um das komplette Führungsteam der FDP. Wer trägt wie Schuld am desaströsen Ergebnis? Dass das nicht Christian Dürr und Nicole Büttner alleine sind, ist vielen klar. Und zugleich sind sie Teil des Problems. "Wir werden uns eine neue Legitimation beim Parteitag holen", sagt Dürr kämpferisch. Aus der Partei gibt es Erstaunen - einige derer, die in der heutigen Sitzung des Vorstands waren, gingen von einem definitiven Rücktritt aus. "Er wird keine Chance auf eine Wiederwahl haben", sagt einer, der dabei war. Das Ergebnis ist desaströs: Die holt nur 2,1 Prozent in Rheinland-Pfalz, halb so viel wie die Freien Wähler. Die vergangenen zwei Legislaturperioden war die FDP Teil der Regierung in Mainz. Nun ist die dortige Ampel aus SPD, Grünen und FDP Geschichte. Und wenn sie nicht aufpasst, die FDP ebenso. Dabei sagte FDP-Urgestein Wolfgang Kubicki zu einem möglichen Rücktritt des Parteichefs noch in der vergangenen Woche: "Diese Frage stellt sich gegenwärtig nicht, weil wir nicht einen Personalwechsel vornehmen können nach jeder Wahl, die verloren wird". Und weiter: Dieser Jemand muss nun gefunden werden. Henning Höne gilt als willig und kompetent. Er leitet den Landesverband Nordrhein-Westfalen, die FDP ist dort im Landtag Oppositionspartei. Auch Ex-Parteichef Christian Lindner leitete den Landesverband, bevor er Ende 2013 die strauchelnde FDP übernahm. Höne hat nur ein Manko: er ist nicht bekannt. Lindner war bereits Generalsekretär, er hatte in der Partei eine Stimme. Wie soll Höne Öffentlichkeit bekommen - für eine Partei, die sowieso schon außerhalb des Parlaments ist, eine schier unlösbare Aufgabe.













