Streiks und Trauer nach Crash der Hochgeschwindigkeitszüge
ZDF
Nach Zugunglück in Córdoba: Lokführer streiken für bessere Infrastruktur und mehr Kontrollen. Wie geht es weiter im spanischen Schienennetz?
Am 18. Januar entgleist ein Hochgeschwindigkeitszug bei Córdoba, kurz darauf rast ein entgegenkommender Zug in die Unglückstelle. Lokführer fordern mehr Geld für die Infrastruktur. Beim Trauergottesdienst in der Sporthalle von Huelva suchen die Angehörigen und Freunde der 46 Todesopfer Trost und Nähe, diese Provinz im südspanischen Andalusien beklagt die meisten Opfer. Der Zug Alvia 2384 war auf dem Weg von Madrid nach Huelva, als er um 19:43 Uhr mit 200 Kilometer pro Stunde in den entgleisten IRYO von Málaga nach Madrid raste. Die zwei vorderen Wagen stürzten eine Böschung herunter und knallen gegen einen Stützmauer. Unter den Opfern auch einer der Zugführer. Mit Trillerpfeifen und Protestrufe vor dem Verkehrsministerium Spaniens wollen Lokführer und andere Beschäftigte nun auf Mängel im Schienennetz aufmerksam machen, fordern mehr Investitionen - und sind wütend. Bei der Suche nach der Wahrheit, der Ursachen für die Entgleisung des ersten Zugs, konzentriert sich die Untersuchungskommission für Zugunglücke (CIAF) auf eine offenbar defekte Schweißnaht, die sich aus noch ungeklärten Gründen löste und so die letzten drei der acht Wagen des IRYO Málaga-Madrid entgleisen und zum Teil auf die Gegenstrecke rutschen ließ. Der Zug aus der anderen Richtung kam bereits neun Sekunden später - keine Chance, den Koloss bremsen zu lassen. Die Strecke, so wird der zuständige Transportminister Oscar Puente nicht müde zu betonen, sei Anfang 2025 komplett saniert worden. Die Schweißnaht löste sich bei einer Verbindung eines Gleisteils von 2023 mit einem anderen, dass bereits 1989 gegossen worden war. "Die Verbindung von Teilen aus verschiedenen Jahren ist durchaus üblich", sagt José Triguero, Präsident des Vereins der Tiefbauingenieure.













