Es reicht - aber nicht für den Bruch
ZDF
In einer Grundsatzrede beendet Kanzler Merz den Versuch, Trumps Amerika mit Schmeichelei zu beeinflussen. Abschreiben will er die USA aber nicht.
In einer Grundsatzrede beendet Kanzler Merz den Versuch, Trumps Amerika durch Schmeichelei zu beeinflussen. Aber Abschreiben kann und will er die USA nicht. Es ist noch keinen Monat her, da stand der deutsche Außenminister in Washington vor einem Wald aus Mikrofonen und hatte nicht nur "keinen Zweifel", sondern "überhaupt keinen Zweifel". Johann Wadephul war gerade aus einem Treffen mit seinem Kollegen Marco Rubio gekommen und brachte eine Kunst zur Vollendung, in der sich die Bundesregierung ein Jahr lang geübt hat: Schönfärberei. Die USA? Voll und ganz an der Seite Europas. Die Regierung von Donald Trump? Voll und ganz darauf gerichtet, Recht und Freiheit in der westlichen Welt zu verteidigen. Zweifel? Nicht nur keine, sondern "überhaupt keine Zweifel". Man muss davon ausgehen, dass Wadephuls schon fast verzweifeltes Vortäuschen von Normalität mit Friedrich Merz abgesprochen war. Und man muss davon ausgehen, dass ab sofort nicht nur der Außenminister, sondern alle Mitglieder der Bundesregierung endlich die Wahrheit über den "tiefen Graben" sagen, der sich laut Merz zwischen Europa und den USA aufgetan hat. Merz steht im Festsaal des Hotels Bayerischer Hof, jeder Platz ist belegt, die Münchner Sicherheitskonferenz beginnt. Der Kanzler hält seine Rede auf Deutsch, aber damit ihn die US-Regierung auch ganz sicher versteht, wiederholt er die wichtigste Passage auf Englisch. "Liebe Freunde", sagt Merz, "der Nato anzugehören, ist nicht nur für Europa ein Wettbewerbsvorteil, sondern auch für die USA".













