"Wenn ich doch nur meinen Namen wüsste"
ZDF
Auslandsadoptionen aus Südkorea: Kinder wurden oft durch eine Lüge vermittelt und wuchsen in den USA und Europa mit einer falschen Identität auf.
Seit den 1950er-Jahren sind rund 200.000 südkoreanische Adoptivkinder in den USA oder Europa aufgewachsen. Viele dieser Vermittlungen beruhten auf einer Lüge. Anne Bertelsen fehlt der Anfang ihrer Geschichte: "Ich war in einem Waisenhaus und kam dann nach Amerika. Aber ich weiß nicht, was davor mit mir passiert ist. Da ist eine große Leere." Sie ist eins von rund 200.000 südkoreanischen Kindern, die seit den 1950er-Jahren in die USA und nach Europa vermittelt wurden - ein unmoralisches Geschäft. Vielen von ihnen fehlen Informationen über ihre Herkunft. Oft hieß es, die Kinder seien auf einem Markt oder auf der Straße gefunden worden. Sie seien Waisen. So auch Anne Bertelsen. Sie soll im Alter von zwei Jahren vor einer Polizeistation in Seoul gefunden worden und bis sie fünf war in einem Waisenheim aufgewachsen sein. Sie weiß nicht, ob das stimmt. Auch nicht, ob das damals angegebene Geburtsdatum und der Geburtsname korrekt sind. Seit 20 Jahren sucht sie nach ihrer koreanischen Identität, in den USA und in Korea - in der Hoffnung, ihre Familie zu finden. Doch manche Hinweise widersprechen sich. Je nachdem, ob koreanische oder amerikanische Unterlagen herangezogen werden, wird ihr Geburtstag entweder auf den 21. oder den 22. Dezember 1959 datiert. "In Amerika spielt dieser eine Tag keine Rolle, aber in Korea ist er entscheidend dafür, ob ich überhaupt Zugriff auf Unterlagen habe," sagt die 66-Jährige.













