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Warum die ganze Welt von China abhängig ist

Warum die ganze Welt von China abhängig ist

ZDF
Sunday, January 25, 2026 01:53:42 PM UTC

Seltene Erden werden für Chips in Smartphones, Autos und Co. verwendet. Sie kommen meist aus China - Hat das Land eine Monopol-Stellung?

Seltene Erden stecken in Chips und Militärtechnik. Die ganze Welt hängt an Chinas Tropf, das Land hat ein Quasi-Monopol. Wo die Metalle herkommen, soll Staatsgeheimnis bleiben. Dass das Schild am Ortseingang der Stadt Baotou im Norden Chinas in der "nationalen Gesundheitsstadt" begrüßt, kommt einem schon komisch vor, sobald man die vielen rauchenden Industrieschlote sieht. Wie bodenlos der Propaganda-Slogan ist, wird im Westen der Stadt klar, als ein stechender Geruch und Kopfschmerzen hinzukommen. Im Fabrik-Viertel spürt man die Verschmutzung bei jedem Atemzug. Nebenan liegt der riesige künstliche See, in dem landet, was beim Abbau von seltenen Erden übrigbleibt: Schlamm, versetzt mit Schwermetallen, mit radioaktiven Rückständen, mit Säuren, die eingesetzt werden, um die seltenen Erden aus anderen Mineralien herauszulösen. Die Stadt Baotou in der Inneren Mongolei, autonome Region in China, nennt sich selbst "Hauptstadt der seltenen Erden". Schon Ende der 30er Jahre wurden die Rohstoffe hier entdeckt. China hat Abbau und Verarbeitung systematisch aufgebaut und hat heute einen großen Vorsprung vor dem Rest der Welt. Die Dörfer in unmittelbarer Nähe werden "Krebsdörfer" genannt. Einige Bewohner wurden inzwischen umgesiedelt, andere wohnen noch hier. Vor einem kleinen Kiosk steht eine Gruppe Männer. "Es ist viel besser als früher", sagt einer. "Es gibt jetzt mehr Bäume." Hier wird klar, welch hohen Preis die Menschen vor Ort dafür zahlen, dass die ganze Welt seltene Erden für Smartphones, E-Autos und Raketen hat. Denn China hat ein Quasi-Monopol, baut weltweit 70 Prozent dieser Metalle ab und verarbeitet sogar 90 Prozent. Deutschland bezieht zwei Drittel seiner seltenen Erden aus China, obwohl es auch bei uns Vorkommen gibt. Seltene Erden sind gar nicht so selten, wie der Name vermuten lässt, doch mit westlichen Umwelt- und Arbeitsschutz-Auflagen gilt Abbau und Verarbeitung als unwirtschaftlich. Und vor allem nicht konkurrenzfähig. Der Westen hat China das dreckige und teure Geschäft gerne überlassen - und muss jetzt mit den Konsequenzen leben. Denn mit globalen Exportbeschränkungen hat Peking im vergangenen Jahr der ganzen Welt gezeigt, dass es diese Rohstoffe als geopolitische Munition nutzt, Ausfuhren politisch dosiert. Rund um die "seltene Erde"-Straße haben Hunderte Hightech-Firmen ihren Sitz. Den Industriepark gibt es schon seit den 90er-Jahren, seit 2020 boomt die Nachfrage. Denn hier nutzen sie die seltenen Erden, um die sogenannten "Könige der Magnete" herzustellen: besonders starke Magnete, zum Beispiel für E-Autos. Die Metalle dafür kommen aus der Bayan-Obo-Mine weiter nördlich. Bis zu 40 Prozent der weltweiten Ressourcen sollen hier liegen. Wenige Kilometer vorher: eine Straßensperre. Die Polizei hält jedes Auto an. Wer ein Journalisten-Visum im Pass hat, wird erstmal aussortiert: "Warten Sie hier, wir rufen die lokalen Behördenmitarbeiter", sagt ein Mann in Zivilkleidung. "Die werden ihnen helfen. Sie sind die Serviceorganisation für Ausländer."

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