
Volkswagen kündigt Beschäftigungssicherung auf
n-tv
Bis zum Ende des Jahrzehnts wollte Volkswagen auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. Die entsprechende Vereinbarung mit Arbeitnehmervertretern hat der Konzern nun aber gekündigt. Gleiches gilt für die Zusicherung an Azubis, übernommen zu werden. Alles soll nun neu verhandelt werden.
Der kriselnde Autohersteller Volkswagen hat eine Reihe von Tarifverträgen gekündigt, darunter den sogenannten Zukunftstarifvertrag zur Beschäftigungssicherung, der betriebsbedingte Kündigungen bis 2029 ausschließt. Das Unternehmen sehe sich aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen dazu gezwungen, erklärte Personalvorstand Gunnar Kilian. Die Beschäftigungssicherung war seit 1994 fortlaufend festgeschrieben worden. Die Kündigung "einer ganzen Palette an Tarifverträgen" durch den Volkswagen-Vorstand sei eingegangen, teilte IG Metall mit.
"Jetzt hat das Unternehmen also wahr gemacht, wovon wir seit Tagen ausgehen", sagte Betriebsratschefin Daniela Cavallo. Zugleich bekräftigte sie ihren Widerstand gegen die Pläne. "Wir werden uns gegen diesen historischen Angriff auf unsere Arbeitsplätze erbittert zur Wehr setzen. Es wird mit uns keine betriebsbedingten Kündigungen geben."
Wie Europas größter Autobauer weiter mitteilte, läuft der Vertrag damit Ende des Jahres aus. Sechs Monate später sind dann betriebsbedingte Kündigungen möglich, also ab Juli 2025. Ob es nun tatsächlich zu Kündigungen kommt, ist noch offen. Neben dem Vertrag zur Beschäftigungssicherung, der solche Kündigungen bisher ausschloss, seien auch mehrere andere Vereinbarungen gekündigt worden, darunter die Übernahmegarantie für Auszubildende und die Regelungen für Leiharbeit. So sollen künftig nur noch so viele junge Menschen ausgebildet werden, wie das Unternehmen benötige. Bei der Zeitarbeit sollen günstigere Konditionen erreicht werden.
