
US-Regierung senkt Umweltauflagen für Kraftwerke
n-tv
Mit der Losung "Drill, baby, drill" gibt Präsident Trump die Richtung für die künftige Energiepolitik der USA vor. Um Kohle zu stärken und wieder lukrativer zu machen, kündigt er die Lockerung von Umweltauflagen an. Ärzte und Wissenschaftler erkennen eine Milchmädchenrechnung.
Mit der Losung "Drill, baby, drill" gibt Präsident Trump die Richtung für die künftige Energiepolitik der USA vor. Um Kohle zu stärken und wieder lukrativer zu machen, kündigt er die Lockerung von Umweltauflagen an. Ärzte und Wissenschaftler erkennen eine Milchmädchenrechnung.
Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat eine Lockerung der Umweltauflagen für Kraftwerke angekündigt. Die Grenzwerte für giftiges Quecksilber und andere Schadstoffe sollen gesenkt werden. Die Regierung begründet den Schritt damit, die Kosten für ältere Kohlekraftwerke zu senken und die Energieversorgung zu sichern. Ärzte- und Gesundheitsorganisationen warnten jedoch vor gravierenden gesundheitlichen Folgen, insbesondere für Kinder und Schwangere.
Die US-Umweltbehörde EPA erklärte, die Lockerung sei notwendig, um den steigenden Strombedarf durch den Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) zu decken. Die Rückkehr zu weniger strengen Regeln aus dem Jahr 2012 würde den Betreibern jährlich zwischen 69 und 78 Millionen Dollar einsparen. Die älteren Vorschriften böten weiterhin "einen ausreichenden Sicherheitsabstand zum Schutz der öffentlichen Gesundheit".
Gesundheits- und Umweltverbände widersprechen dieser Darstellung. Sie argumentieren, die Kosten für das Gesundheitssystem durch die erhöhte Umweltverschmutzung würden die Einsparungen bei Weitem übersteigen. "Die 2024 beschlossenen Verschärfungen hätten zusätzliche Gesundheitsvorteile im Wert von 300 Millionen Dollar gebracht", sagte der Präsident der Amerikanischen Lungen-Vereinigung. Die strengeren Regeln hätten Tausende Leben pro Jahr gerettet. Der Verband besorgter Wissenschaftler warf Umweltbehördenchef Lee Zeldin vor, die großen Gesundheitsgefahren vor der Öffentlichkeit zu verbergen.
Mit der Entscheidung kippt die Trump-Regierung eine Verschärfung der Umweltgesetze, die 2024 unter Präsident Joe Biden beschlossen worden war. Diese hatte die ursprünglichen Regeln aus dem Jahr 2012 unter Präsident Barack Obama aktualisiert. Der Oberste Gerichtshof der USA hatte eine Klage von Industrie und republikanisch geführten Bundesstaaten gegen die strengeren Regeln zuvor abgewiesen. Der Verband der Bergbauindustrie begrüßte die Lockerung und erklärte, Kohle sei zur Deckung des steigenden Energiebedarfs durch die KI-Revolution unverzichtbar.













