
Ifo fordert: Politik soll Bevölkerungsschwund vorbeugen
n-tv
Nur noch rund 75 Millionen Menschen werden im Jahr 2070 in Deutschland leben, sollte das Statistische Bundesamt richtig liegen. Das Ifo-Institut schlägt Alarm: Die Bundesrepublik müsse sich darauf endlich vorbereiten.
Nur noch rund 75 Millionen Menschen werden im Jahr 2070 in Deutschland leben, sollte das Statistische Bundesamt richtig liegen. Das Ifo-Institut schlägt Alarm: Die Bundesrepublik müsse sich darauf endlich vorbereiten.
Die Bevölkerung Deutschlands dürfte in den kommenden Jahrzehnten deutlicher schrumpfen als bislang angenommen. Das Ifo-Institut fordert dazu auf, diese Entwicklung stärker zu berücksichtigen, etwa bei der Gestaltung von Rente und Pflege. Der Ökonom Marcel Fratzscher verweist auf dramatische Folgen für die Wirtschaft.
Die Zahlen, auf die das Ifo abzielt, sind nicht neu. Das Statistische Bundesamt hatte im Dezember eine neue sogenannte Bevölkerungsvorausberechnung für Deutschland vorgestellt, die auch neue Daten aus dem Zensus 2022 umfasst. Demnach wird mittlerweile mit einem Rückgang der Bevölkerung bis 2070 um zehn Prozent gerechnet. Bei der vorherigen Berechnung war es ein Prozent verglichen mit dem Basisjahr 2021.
Das Ifo analysierte nun die Gründe dafür. Demnach wird mittlerweile bis zum Ende der 2030er Jahre von einer deutlich niedrigeren Geburtenzahl ausgegangen als noch bei der Vorausberechnung, die sich noch auf den Zensus 2011 stützt. Außerdem wird in der neueren Berechnung eine niedrigere Nettozuwanderung erwartet.
"Der verstärkte Rückgang und die Alterung der Bevölkerung müssen schon heute bei politischen Entscheidungen mit Langzeitwirkung, beispielsweise bei Gesundheit und Pflege, berücksichtigt werden", forderte Joachim Ragnitz von der Niederlassung Dresden des Ifo-Instituts. Mit der neuen Entwicklung werde sich nicht nur der Arbeitskräftemangel verschärfen, sondern auch die Rentenversicherung noch stärker unter Druck geraten.

Die Debatte um die Rente mit 70 verschärft sich. Während Ökonomen vor einer massiven Finanzierungslücke durch die Babyboomer warnen, bleibt die Frage der sozialen Umsetzbarkeit offen. Experten fordern nun flexible Modelle und bessere Anreize, um das Rentensystem langfristig vor dem Kollaps zu bewahren.












