
Deutsch-chinesische Handelsbilanz kippt
n-tv
Das Handelsvolumen mit China steigt 2025 auf 251,8 Milliarden Euro. Deutsche Exporte nach China brechen ein, Importe legen deutlich zu.
China ist wieder der wichtigste Handelspartner Deutschlands, weil die Importe von dort im vergangenen Jahr stark steigen. Die deutschen Exporte nach China allerdings brechen ein.
Das Gleichgewicht in der Handelsbilanz Deutschlands mit China hat sich im vergangenen Jahr deutlich verschoben: Einem Einbruch der deutschen Exporte um 9,7 Prozent stand ein Plus der Importe von rund 8,8 Prozent gegenüber. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Erstmals war der Wert der Importe aus China damit mehr als doppelt so hoch wie der der Exporte nach China. Der Überschuss Chinas stieg damit um ein Drittel auf 89,3 Milliarden Euro.
China löste zudem die USA wieder als wichtigsten deutschen Handelspartner ab. Der Außenhandelsumsatz mit der Volksrepublik wuchs um 2,1 Prozent: Die Summe von Exporten und Importen stieg auf 251,8 Milliarden Euro. Das Handelsvolumen mit den USA schrumpfte dagegen um 5,0 Prozent auf 240,5 Milliarden Euro. China war bereits von 2016 bis 2023 Deutschlands Handelspartner Nummer eins. 2024 hatten die Vereinigten Staaten China vom ersten Platz verdrängt.
"Die aktuellen Handelsdaten spiegeln die geoökonomischen Verschiebungen wider, unter denen die deutsche Industrie zunehmend leidet", sagte der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Sebastian Dullien. "China und die USA versuchen mit aggressiver Industrie- und Handelspolitik unabhängiger von industriellen Importen zu werden." China wolle in Schlüsselbranchen Weltmarktführer werden, in denen Deutschland lange führend war. Staatlich geförderte chinesische Produzenten drängten deutsche Unternehmen nun aus dem Markt.
Trotz eines Rückgangs infolge der hohen Zölle, die Präsident Donald Trump durchgesetzt hatte, blieben die USA der wichtigste Abnehmer deutscher Exportwaren. Die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten brachen allerdings um knapp ein Zehntel ein. "Schuld ist Trumps Handelspolitik", sagte Dullien dazu. Seit August 2025 gelten für die meisten deutschen Waren US-Zölle von 15 Prozent - ein Vielfaches des früheren Satzes. Auf den Rängen zwei und drei der wichtigsten Zielländer deutscher Exporte folgten erneut Frankreich und die Niederlande, beide mit niedrigen einstelligen Zuwächsen.













