
US-Börsen nach Zoll-Urteil im Aufwind
n-tv
Überraschend kommt das Zoll-Urteil des Supreme Court für die Wall Street nicht, wohlwollend begrüßt wird es trotzdem. Tech-Schwergewichte wie Apple und Alphabet legen zu. Die Händler haben vor allem die Reaktion von US-Präsident Trump im Blick - und mögliche Rückerstattungen.
Überraschend kommt das Zoll-Urteil des Supreme Court für die Wall Street nicht, wohlwollend begrüßt wird es trotzdem. Tech-Schwergewichte wie Apple und Alphabet legen zu. Die Händler haben vor allem die Reaktion von US-Präsident Trump im Blick - und mögliche Rückerstattungen.
Das Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA zu den globalen Zöllen von US-Präsident Donald Trump hat der Wall Street zum Wochenausklang Schub gegeben. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,5 Prozent höher bei 49.629 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 rückte um 0,7 Prozent auf 6910 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,9 Prozent auf 22.890 Punkte.
Der mehrheitlich konservativ besetzte Supreme Court hatte zuvor mit sechs zu drei Stimmen entschieden, dass Trumps im vergangenen Jahr verhängte globale Zölle unzulässig sind. Die Regierung hatte die Abgaben damals mit einem Notstandsgesetz begründet. Trump bezeichnete das Urteil als "Schande". Er kündigte im Gegenzug an, für 150 Tage einen globalen Zoll von zehn Prozent zu erheben. Dabei berief er sich auf Abschnitt 122 des Handelsgesetzes von 1974 ("Trade Act").
"Dieses Urteil hat weitreichende Konsequenzen für die Grenzen der Macht des US-Präsidenten und die Machtteilung zwischen Legislative und Exekutive, wirkt aber auch als makroökonomischer Katalysator für Aktien, Anleihen, Währungen und den globalen Handel", sagte Rob Burdett, Investmentexperte bei Nedgroup Investments. Tausende Unternehmen weltweit hatten gegen die Maßnahmen geklagt und eine Rückerstattung der von ihnen gezahlten Abgaben gefordert. Rückzahlungen könnten zu einem höheren Defizit in der Staatskasse und einer möglichen Verschlechterung der Kreditbewertungen für die USA führen, sagte Phil Blancato, Chefmarktstratege bei Osaic. Ein Anstieg der Bondrenditen könnte einen "erheblichen Gegenwind für die Märkte" erzeugen, warnte Eddie Ghabour, Chef von KEY Advisors Wealth Management.
Anleger zeigten sich derweil erleichtert, dass die von Trump neu angekündigten Abgaben nicht höher ausfielen. "Heute wurde eine gewisse Unsicherheit beseitigt, und wir gehen zur nächsten Phase über", sagte Mike Dickson, Strategiechef bei Horizon Investments. Tausende Unternehmen weltweit hatten gegen die ursprünglichen Zölle geklagt. Ökonomen des Penn-Wharton Budget Model schätzen, dass nun Zolleinnahmen von mehr als 175 Milliarden Dollar zurückgezahlt werden müssen.













