"Teenie-Terroristen" im Visier der Ermittler
ZDF
Der Verfassungsschutz warnt vor Teenagern, die islamistische Anschläge in Deutschland planen. Viele radikalisieren sich übers Internet.
Der Verfassungsschutz warnt vor Kindern und Teenagern, die islamistische Anschläge in Deutschland planen. Viele radikalisieren sich übers Internet. Es ist ein Freitagabend in Berlin - im Februar 2025. Der spanische Tourist Iker M. und seine Freunde wollen das Denkmal für die ermordeten Juden anschauen, nicht weit vom Brandenburger Tor. Als sie gegen 18 Uhr durch das Stelenfeld laufen, spürt der 30-Jährige plötzlich, wie ihn jemand von hinten attackiert. Der Täter schlitzt ihm mit einem Messer die Kehle auf. Nur dem beherzten Eingreifen zweier Männer, die die Wunde am Hals abdrücken, bis der Notarzt kommt, verdankt Iker M. sein Leben. Der Täter soll noch "Allahu Akbar" gerufen haben - dann flieht er. Um 20:41 Uhr zeigen Bilder von Überwachungskameras, die ZDF frontal vorliegen, eine ungewöhnliche Szene: Ein junger Mann erscheint mit erhobenen Händen am Tatort und stellt sich der Polizei. Er habe Juden töten wollen, soll er den Ermittlern gesagt haben. Es ist Wassim Al M., ein Flüchtling aus Syrien. Er lebt seit zwei Jahren in Deutschland und ist gerade einmal 19 Jahre alt. Islamismus im Teenageralter ist ein Phänomen, das der Verfassungsschutz in Deutschland immer wieder beobachtet. "Diese sehr jungen Menschen bereiten uns besondere Herausforderungen, weil sie nicht über einen langen Zeitraum ideologisch geprägt werden, sondern sich sehr schnell radikalisieren. Und dann auch die Bereitschaft entwickeln, zur Tat überzugehen", sagte der heutige Präsident des Verfassungsschutzes, Sinan Seelen, bei der Vorstellung des jüngsten Berichts für das Jahr 2024. Auch die Bundesregierung verzeichnete von 2020 bis 2024 einen Anstieg der minderjährigen islamistischen Tatverdächtigen. Recherchen von ZDF frontal zeigen: In den vergangenen zwei Jahren sind in Deutschland mindestens neun islamistische Anschläge von Tatverdächtigen unter 20 Jahren geplant worden: in Leverkusen, Düsseldorf, Heidelberg, Mainz, Mannheim, Wuppertal, Köln und zwei in Berlin. Alle konnten die Ermittlungsbehörden verhindern - bis auf den Anschlag am Holocaust-Mahnmal in Berlin.













