Pete Hegseth: Der "Kriegsminister" auf Kreuzzug
ZDF
Pete Hegseth ist der Lautsprecher des Präsidenten. Als Verteidigungsminister setzt er auf Härte und brachiale Rhetorik.
Pete Hegseth ist der Lautsprecher des Präsidenten. Als Verteidigungsminister setzt er auf Härte und brachiale Rhetorik. Der Minister gefällt sich in männlicher Pose. Er will Selbstbewusstsein ausstrahlen. Seine Haltung kraftstrotzend, seine Sprache brachial. Tödlichkeit, Krieger-Ethos. "Verteidigungsminister" out, "Kriegsminister" in. Sein Ministerium nannte er um in "Kriegsministerium". Die rechtliche Befugnis dafür hat er nicht, sie liegt beim Kongress. "Maximale Tödlichkeit, keine lauwarme Rechtmäßigkeit." Die amerikanischen Regeln, die festlegen, wann und wie US-Streitkräfte Gewalt anwenden dürfen, nennt Hegseth "dumm". Kritiker stellen die Rechtmäßigkeit mehrerer Einsätze des US-Militärs in Frage: In der Karibik werden angebliche Drogenboote in die Luft gejagt, ohne dass die Regierung Beweise vorlegt, dass es sich tatsächlich um Drogenkuriere handelt. Die Marines wurden in Los Angeles eingesetzt, um die Einwanderungsbehörde bei Abschiebungen zu unterstützen, von einem Richter für illegal erklärt. Der erste Krieg, den Hegseth in seiner neuen Aufgabe erklärte, war der Krieg gegen "woke". Im September rief er die oberste Führungsebene des Militärs zusammen und hielt eine Grundsatzrede. "Keine Identitätsmonate, Büros für Minderheiten oder Typen in Frauenkleidern mehr. Keine Verehrung des Klimawandels. Keine Ablenkung durch Geschlechterwahn mehr. Wie ich bereits gesagt habe und wieder sage: Wir haben genug von diesem Scheiß." Er will, so sagt er, das Militär von politischen Ideologien befreien, schwört es dabei aber auf die eigene ein. Doch die versammelten Militärs sind schon eingeschworen: auf die Verfassung. Und ihre versteinerten Mienen bei Hegseths Rede zeigen, dass sie das wissen.













