Weniger Geld für ambulante Psychotherapie
ZDF
Für psychotherapeutische Leistungen gibt es ab April weniger Geld. Das könnte die Wartezeiten auf einen Therapieplatz weiter verlängern.
Für psychotherapeutische Leistungen gibt es ab April weniger Geld. Psychotherapeuten warnen, dass die Entscheidung die Wartezeiten auf einen Therapieplatz weiter verlängern könnte. 4,5 Prozent weniger Vergütung für ambulante Psychotherapie - das hat der Erweiterte Bewertungsausschuss am Donnerstag beschlossen. Dort entscheiden der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV-SV), die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und drei unparteiische Mitglieder. Einig waren sie sich in diesem Fall aber nicht: Die Krankenkassen setzten sich durch, der KBV bezeichnete den Beschluss hingegen als "Unding". Auch Psychotherapeuten kritisieren die geplanten Kürzungen scharf. Die Deutsche Psychotherapeuten Vereinigung (DPtV) bezeichnete die Entscheidung als "fatales Signal". Schon heute sei die Versorgungssituation für viele psychisch erkrankte Menschen angespannt, gleichzeitig steige der Bedarf an psychotherapeutischer Behandlung weiter an. Laut Bundesgesundheitsministerium nehmen aktuell 41.937 psychologische und ärztliche Psychotherapeuten einschließlich Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten an der vertragsärztlichen Versorgung teil (Bundesarztregister, Stand 31. Dezember 2025). Das sei ein Zuwachs von rund 54,6 Prozent gegenüber dem Jahr 2014. Psychotherapeuten stellen damit nach den Hausärzten die zweitgrößte Arztgruppe dar. "In der vertragsärztlichen Versorgung (GKV) werden durch zugelassene und angestellte Psychotherapeuten pro Quartal gut 1,9 Millionen Behandlungsfälle abgerechnet", teilte das Bundesgesundheitsministerium auf ZDF-Anfrage mit. "In dieser Situation die Vergütung ambulanter Psychotherapie abzusenken, ist aus unserer Sicht fachlich nicht nachvollziehbar und gesundheitspolitisch ein klarer Rückschritt", teilte die DPtV mit. Aus Sicht der Krankenkassen waren die Kürzungen notwendig. Sie hatten ursprünglich sogar gefordert, das Honorar ambulanter Psychotherapeuten um zehn Prozent zu senken. Die nun beschlossenen 4,5 Prozent seien ein "angemessener Kompromiss", erklärte der GKV-Spitzenverband.













