Italien vor Olympia: Streit um ICE-Einsatz
ZDF
Die US-Regierung entsendet ICE-Beamte zu den Olympischen Winterspielen nach Mailand. Ihr Einsatz löst in Italien heftige Debatten aus.
In wenigen Tagen beginnen die Olympischen Winterspiele in Italien. Die US-Regierung entsendet dazu ICE-Beamte nach Mailand. Ihr Einsatz löst in Italien heftige Debatten aus. Beamte der umstrittenen US-Einwanderungsbehörde ICE sollen im Auftrag der US-Regierung die Sicherheitsmaßnahmen rund um die Olympischen Winterspiele 2026 in Italien unterstützen. Vorgesehen ist ihr Einsatz in Mailand, dem Schauplatz der Eröffnungsfeier, sowie in Cortina d’Ampezzo. Die Ankündigung stößt in Italien auf deutlichen Widerstand. Vor allem in Mailand kritisieren Politiker und Kommunalvertreter die Präsenz der US-Behörde. Die italienische Regierung hingegen bemüht sich, die Debatte zu entschärfen und verweist auf die Zuständigkeit der italienischen Sicherheitsbehörden. Mailands Bürgermeister Giuseppe Sala spricht sich klar gegen die Präsenz von ICE-Beamten in seiner Stadt aus. "Das Image von ICE ist schrecklich. Ich bin sicher, dass die Mailänder sehr unglücklich darüber sind, so eine Art von Miliz hier zu haben, die in den USA Menschen tötet und Häuser ohne Befugnis betritt", so Sala im Interview mit der Washington Post. Er forderte die Regierung auf, den US-Behörden klare Grenzen zu setzen und "einmal 'Nein' zu Trump zu sagen". Auch aus der Opposition kommt Kritik. Der Grünen-Vorsitzende Angelo Bonelli bezeichnete die US-Einwanderungsbehörde als "Mörderbande". "Wir sind bereit, Demos zu organisieren, um die Empörung von uns und ganz Italien auszudrücken", so Bonelli in einer Erklärung. Italiens Außenminister Antonio Tajani versuchte dagegen zu beruhigen: "Es ist nicht so, dass die SS kommt. Sie kommen nicht mit Maschinenpistolen und vermummten Gesichtern. Es kommen Beamte." Die Sicherheit der Olympischen Spiele liege in der Verantwortung Italiens.













