Grönland und Dänemark: Eine stark belastete Beziehung
ZDF
Viele kritisieren US-Präsident Trump wegen seines Machthungers auf Grönland. Doch auch Dänemark beanspruchte die arktische Insel für sich.
Viele kritisieren US-Präsident Donald Trump wegen seines Machthungers auf Grönland. Doch auch Dänemark beanspruchte die arktische Insel über Jahrhunderte für sich. Mancher Beziehungsstatus ist kompliziert. Der von Grönländern und Dänen allemal. Einige Eindrücke: Vor einem Haus in der grönländischen Hauptstadt Nuuk stehen zwei Flaggen, gar nicht weit auseinander, beide rot-weiß, auf Augenhöhe. Ein schönes Bild fürs Fernsehen, so kann man die derzeitige Verbundenheit der beiden Länder darstellen. "Das gefällt mir gar nicht", knurrt Siiva Klamer neben mir. Der 37-jährige Reiseführer hilft uns, uns während unseres Aufenthalts auf der eisigen Insel zurechtzufinden. Komischer Kauz, denke ich noch, Dänemark versucht doch gerade alles, um Grönland vor den USA zu schützen? Johannes Ostermann, ein Jura-Student, sagt auf diese Frage ironisch: Hinter der Ironie steckt eine lange, teilweise dunkle Geschichte. Über 230 Jahre lang war Grönland offiziell eine dänische Kolonie. 1953 wurde es zu einer dänischen Provinz, eingegliedert ins dänische Königreich. Es bekommt zwei Sitze im Parlament in Kopenhagen. Aber es ändert sich nicht viel. Dänemark finanziert zum größten Teil den grönländischen Haushalt und bestimmt über die grönländische Wirtschaft. Die Insel wird modernisiert, was auch bedeutet, dass die Inuit ihre kleinen Siedlungen aufgeben und in größere Küstenorte umziehen müssen. Die Versorgung wird besser: Krankenhäuser, Schulen, Altenheime. Doch: "Diese Modernisierung entwurzelte die Menschen", sagt der Historiker Thorkild Kjærgaard.













