Darum sind die "Vulkangruppen" so schwer zu finden
ZDF
Trotz Millionen-Belohnung: Noch immer gibt es keine Spur von den Tätern, die für den Berliner Blackout verantwortlich sind. Warum?
Eine Million Euro verspricht Innenminister Dobrindt für Hinweise: Denn noch immer gibt es keine Spur von den Tätern, die für den Berliner Blackout verantwortlich sind. Warum? Fast ein Monat ist vergangen, seit ein Anschlag auf das Berliner Stromnetz den Südwesten der Hauptstadt tagelang lahmlegte. Doch während die betroffenen Haushalte wieder Strom und Licht haben, tappen die Ermittler bei der Suche nach den Verantwortlichen weiterhin im Dunkeln. Auch deshalb hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) eine Belohnung bis zu einer Million Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Aufklärung beitragen. Zum Anschlag bekannt hatte sich eine "Vulkangruppe" - vom Verfassungsschutz wird die Bewegung als "linksextremistisch" eingestuft. Ein entsprechendes Bekennerschreiben wurde von Sicherheitsbehörden als authentisch eingestuft. Doch weder die Übernahme der Ermittlungen durch die Generalbundesanwaltschaft noch Dobrindts aufgerufene Belohnung führten bislang zum Ermittlungserfolg. Woran liegt das? ZDF frontal hat die Frage Sicherheitsbehörden, Forschenden und Politikern gestellt - viele wollten sich nur im Hintergrund äußern. Eine Antwort gaben aber alle: Die Täter kommen aus einer sehr verschlossenen, eingeschworenen Szene, an die Ermittlerinnen und Ermittler nur schwer herankommen. Sicherheitskreise bestätigen zudem, dass der Verfassungsschutz in der linksextremen Szene über weniger V-Leute verfügt als in rechtsextremistischen oder islamistischen Gruppierungen. Und selbst wenn es gelingt, jemanden einzuschleusen, kommt es danach immer wieder zu spektakulären Enttarnungen wie im Jahr 2014 bei der Roten Flora in Hamburg oder im Januar dieses Jahres innerhalb der interventionistischen Linken in Bremen. "Die Szene ist sehr konspirativ, misstraut staatlichen Organen und legt da eine gewisse Paranoia und permanente Angst, unter Beobachtung zu stehen, an den Tag - daher ist es auch für uns Forschende so schwer, in die Szene vorzudringen", erklärt Dirk Baier, Kriminologe und Extremismusexperte an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Gleiches gilt für Journalistinnen und Journalisten - ZDF-frontal-Anfragen etwa an szenebekannte Anwälte blieben unbeantwortet. Dabei seien Anschläge wie der im Berliner Südwesten sehr genau geplant, sagt Baier: "Die Verantwortlichen handeln in der Dunkelheit der Nacht, stets bedacht, keine Spuren zu hinterlassen und keine Zeugen zu haben."













