Atomvertrag "New Start" endet - Droht ein neues Wettrüsten?
ZDF
Der "New Start"-Vertrag zwischen den USA und Russland ist ausgelaufen. Könnte es ein neues Wettrüsten geben? Wichtige Fragen und Antworten.
Mit dem Aus von "New Start" fällt der letzte große Abrüstungsvertrag weg. Welche Folgen hat das für Atomwaffen-Arsenale, Rüstungskontrolle und internationale Sicherheit? Mit dem Auslaufen des letzten großen Abrüstungsvertrags "New Start" endet am heutigen Mittwoch nach mehr als einem halben Jahrhundert die Ära der vertraglich vereinbarten Rüstungskontrollen zwischen den USA und Russland. "New Start" war mit dem Ziel ins Leben gerufen worden, Frieden mit immer weniger Atomwaffen zu schaffen, und begrenzte die Zahl von Atomsprengköpfen und Trägersystemen. Was bedeutet das Aus nun für Frieden und Sicherheit in der Welt? US-Wissenschaftler setzten Ende Januar ihre sogenannte Doomsday Clock, die vor einem katastrophalen Ende der Menschheit warnt, auf 85 Sekunden vor Mitternacht - so dicht wie nie zuvor in der Geschichte. Fragen und Antworten zum Thema: Im Jahre 2010 unterzeichneten US-Präsident Barack Obama und der damalige Kremlchef Dmitri Medwedew "New Start" (New Strategic Arms Reduction Treaty). Dabei baute die Vereinbarung auf vielen Vorgängern auf. Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges hielten die Supermächte mit 70.000 Nuklearsprengköpfen das Gleichgewicht des Schreckens. Dann schränkten ab 1972 Abkommen wie Salt-I, ABM, Salt-II, Start 1, Start 2, Sort und INF die Arsenale ein. "New Start" begrenzte die Zahl der strategischen Nuklearsprengköpfe auf 1.550 Stück für jede Seite, die Zahl der einsatzbereiten Abschussvorrichtungen auf 700. Im Februar 2021 wurde der Vertrag um fünf Jahre verlängert. Die bis 2018 vorgesehene Reduzierung wurde erreicht. Um Vertrauen zu bilden, konnten Experten der USA und Russlands den Stand im anderen Land inspizieren. Allerdings fielen diese Inspektionsreisen ab 2020 wegen der Corona-Epidemie aus.













