Wie Russland afrikanische Söldner für den Krieg rekrutiert
ZDF
Russland ködert mit Fake Jobs Menschen aus Kenia für den Einsatz im Ukraine-Krieg. Welche Folgen das für die Hinterbliebenen vor Ort hat.
Mit lukrativen Jobversprechen werden Afrikaner nach Russland gelockt - und landen als Söldner an der Front. Zurück bleiben Familien zwischen Trauer und Ungewissheit. Die Stimmung bei den Kindern von Grace Muthoni ist ausgelassen. Wer Moses und Favour auf dem Hof spielen sieht, spürt keine Trauer über den Verlust ihres Vaters, und das hat einen Grund: Die beiden jüngsten Kinder von Muthoni wissen noch nicht, dass ihr Vater Macharia Mburu im Krieg gegen die Ukraine gefallen ist. In ihrer Welt arbeitet er noch immer in dem Job, für den er nach Russland gereist ist: als Fahrer für das Militär. Der Kenianer, der gerade seinen Job als Busfahrer verloren hatte, wurde von einem Agenten angeworben. Für ihren Mann, so sagt Grace Muthoni, sei das "ein Geschenk Gottes" gewesen. Doch nach der Ankunft in Russland, entpuppte sich das Versprechen schnell als Täuschung. Von einer Anstellung als Fahrer war keine Rede mehr. Nach einem kurzen Training wurde Mburu an die Front geschickt. Mitte November sprach Muthoni das letzte Mal mit ihrem Mann. "Er sagte, bete für mich und grüße die Kinder," erzählt die 39-jährige. Seitdem hat sie nie wieder etwas von ihm gehört. Was Muthonis Familie erlebt hat, ist kein Einzelfall. Vieles deutet auf ein systematisches Vorgehen hin. Auf einer Pressekonferenz Ende Januar berichtete die Menschenrechtsorganisation Vocal Africa von Hunderten ähnlicher Fälle. Ihr Sprecher Frederic Ojiro forderte ein Eingreifen der kenianischen Regierung: "Die Regierung muss klar Stellung beziehen und zeigen, dass sie wirklich eine Regierung ist."













