Wie Russen auf Krieg, Inflation und Zukunft blicken
ZDF
Seit der Invasion in der Ukraine ist es schwieriger geworden, mit Menschen in Russland zu sprechen. Frontal konnte mit 14 von ihnen reden.
Seit der russischen Invasion in der Ukraine ist es schwieriger geworden, mit Menschen in Russland zu sprechen. Frontal konnte dennoch mit 14 von ihnen über Alltag und Krieg reden. Vier Jahre sind seit Russlands Invasion in die Ukraine vergangen. Und parallel zum Krieg schreitet seither auch die Abschottung russischer Bürger vom Ausland voran. Der Kreml sperrt und zensiert immer mehr unliebsame ausländische Internetseiten und Kommunikationskanäle, was den Austausch mit den Menschen im Land erschwert. "Sogar Werbung für VPN-Anbieter, die solche Sperren umgehen, wurde unter Strafe gestellt", berichtet der russische Oppositionspolitiker Andrej Moisejkin. Mit seiner Hilfe ist es ZDF frontal gelungen, seltene Einblicke in das Innenleben Russlands zu bekommen. 2022 floh Moisejkin aus seiner Heimat nach Deutschland. Von hier hat er Freunde und Bekannte kontaktiert, die noch immer in Russland leben. Diejenigen, die angeben, unpolitisch zu sein, haben abgesagt. Doch 14 Menschen, die sich selbst als politisch bezeichnen, haben zugesagt. Sie waren bereit, unter Wahrung ihrer Anonymität mit ZDF frontal zu sprechen - über ihren subjektiven Blick auf den Alltag in Russland, die Situation im Supermarkt, ihre Sicht auf den Krieg und ihre Wünsche für die Zukunft. Was schnell klar wird: Die Situation der Menschen hängt stark von der Region ab, in der sie leben. Eine Person aus dem Fernen Osten in Wladiwostok berichtet, im Alltag nur wenig vom Krieg mitzubekommen. "Die Preise für Produkte ändern sich, aber ich würde nicht sagen, dass das einen signifikanten direkten Einfluss hat - zumindest nicht auf mein Leben oder das Leben der Menschen um mich herum", sagt er. Das liege auch daran, dass die Gehälter gestiegen seien: "Ich weiß natürlich, dass Krieg herrscht und es Tote auf beiden Seiten gibt. Wir sehen auf den Friedhöfen Soldaten-Gräber mit den Flaggen. Ich kenne Leute, die an der Front gefallen sind." Rund 4.500 Autokilometer westlich, im sibirischen Krasnojarsk, ist der Eindruck ein anderer: "Die Unterstützung für die militärische Spezialoperation sinkt. Sie war nie sehr hoch - eigentlich nur in der Propaganda. So etwas wie 'Hurra! Wir werden sie alle besiegen!’, das gab es hier überhaupt noch nicht."













