Kanzler Merz trifft auf selbstbewusstes China
ZDF
China dominiert Märkte weltweit und strotzt vor Selbstbewusstsein. Warum Kanzler Merz dennoch nicht als Bittsteller auftreten muss.
Seltene Erden, E-Autos, Green Tech: China dominiert Märkte weltweit und strotzt vor Selbstbewusstsein. Warum Kanzler Merz dennoch nicht als Bittsteller auftreten muss. Chinas staatlich kontrollierte Medien haben aufmerksam notiert, dass Deutschlands Kanzler erst nach Indien gereist ist, bevor er zum Antrittsbesuch nach Peking kommt. Das Sprachrohr der Kommunistischen Partei, die "Global Times", tat dies allerdings als "gelegentlichen politischen Lärm über 'De-Risking'" ab - also Deutschlands Absicht, sich unabhängiger machen zu wollen von der Volksrepublik. Seitdem US-Präsident Donald Trump die Welt mit Zöllen überziehe, so das Narrativ von Pekings Propaganda, würden die Europäer Xi Jinping Tür und Tor einrennen - allein 2026 bereits die Staatenlenker Islands, Finnlands und Großbritanniens. China präsentiert sich dieser Tage als der stabile, verlässliche internationale Partner. Das Kräfteverhältnis zwischen Deutschland und der Volksrepublik hat sich längst umgedreht. Als die deutschen Autobauer nach China kamen und ab den 1980er Jahren Pflicht-Joint-Ventures eingehen mussten, studierten die chinesischen Partner deutsche Ingenieurskunst, kopierten sie sogar. Chinas E-Autobauer dominieren den größten Automarkt der Welt. Doch die Konsum-Flaute und Wirtschaftskrise in der Volksrepublik machen auch ihnen zu schaffen. BYD etwa, der 2025 mehr Fahrzeuge verkaufte als Tesla, ist mit einem massiven Einbruch ins neue Jahr gestartet: Die Autoverkäufe von BYD-E-Autos und Hybriden brachen im Januar um 30 Prozent ein. Für die deutschen Autobauer Volkswagen, BMW und Mercedes, die in China hauptsächlich für den chinesischen Markt produzieren, wird dieses Jahr zum Schicksalsjahr. Dabei ist die Ausgangslage schlecht: Allein Mercedes-Benz, dessen Pekinger Fabrik Kanzler Merz am Donnerstag besuchen wird, hatte 2025 einen Rückgang von 19 Prozent bei den Autoverkäufen in China zu verzeichnen. Für Mercedes machte das China-Geschäft bislang 30 Prozent der weltweiten Fahrzeugverkäufe aus. Heute kooperieren Volkswagen, BMW und Mercedes freiwillig mit chinesischen Firmen bei Software und Batteriefertigung, da die Chinesen in diesen Bereichen weiter fortgeschritten sind. Deutschland droht, vom Innovationsland China abgehängt zu werden. Für die Darstellung von ZDFheute Infografiken nutzen wir die Software von Datawrapper. Erst wenn Sie hier klicken, werden die Grafiken nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Datawrapper übertragen. Über den Datenschutz von Datawrapper können Sie sich auf der Seite des Anbieters informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.













