"Herzlich und offen": Merz beim saudischen Kronprinzen
ZDF
Er wurde wegen eines Mordfalls geächtet. Nun wird der Kronprinz von Saudi-Arabien hofiert. Auch Kanzler Merz startet eine Charme-Offensive.
Zuvor wurde er wegen eines Mordfalls geächtet. Nun wird der Kronprinz von Saudi-Arabien wieder hofiert. Auch Kanzler Merz startet bei seinem Besuch in Riad eine Charme-Offensive. Bundeskanzler Friedrich Merz hat bei seinem Treffen mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman betont, dass er die Beziehungen zu dem ölreichen Golfstaat auf "ein neues Niveau" heben wolle. Aus seiner Delegation hieß es, die zweieinhalbstündigen Gespräche vor und während eines Abendessens im Königspalast von Riad seien "herzlich und offen" verlaufen. Demnach ging es vor allem um den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen. Zu den Themen zählten Energie, Umwelt, Verteidigung, Technologie, Medizin sowie digitale Infrastruktur und KI. Außerdem hätten die beiden über den Konflikt im Iran, die Lage in Syrien und den Bürgerkrieg im Sudan gesprochen, hieß es. Saudi-Arabien ist die erste Station einer dreitägigen Golfreise des Kanzlers, bei der er die Partnerschaften zu den wirtschaftsstärksten und einflussreichsten Golfstaaten stärken will. Neben Saudi-Arabien sind das Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate. In Riad wurde Merz mit militärischen Ehren am Yamama-Palast empfangen, dem offiziellen Amtssitz des Königs. Sein Gastgeber: der einst von westlichen Staaten geächtete Kronprinz. Nach dem brutalen Mord am saudischen Regierungskritiker und Journalisten Jamal Khashoggi im saudischen Generalkonsulat in Istanbul vor acht Jahren wurde der Thronfolger vom US-Geheimdienst für die Tat verantwortlich gemacht. Der Kronprinz bestreitet, Drahtzieher der Tat gewesen zu sein.













