Cotti Coffee greift den Coffee to go in Deutschland an
ZDF
Mit Preisen wie auf Temu und Shein expandiert die chinesische Kette Cotti Coffee nach Deutschland. Wie das den Kaffeemarkt verändern könnte.
Cotti Coffee aus China versucht, den Markt in Deutschland aufzumischen. Die Methoden sind dieselben, wie sie auch Temu und Shein nutzen. Was das für unseren Kaffee bedeutet. Als Anfang des Jahres plötzlich in Berlin, Köln, Hamburg und Düsseldorf neue kleine Kaffeeläden mit rot-weißen Logos auftauchten, ließ sich erahnen, dass Bewegung in den deutschen Kaffeemarkt kommt. Der neue Name: Cotti Coffee. Eine rasant expandierende chinesische Kette, die ein Ziel hat: den schnellen Kaffee für unterwegs drastisch billiger und digitaler anzubieten. Die Preise lassen aufhorchen: ein Espresso für 99 Cent, ein Cappuccino für unter drei Euro. Cotti Coffee setzt damit auf dasselbe Erfolgsrezept wie die chinesischen Billiganbieter Shein oder Temu im Mode- und Lifestylebereich: massive Skalierung, wie es in der Wirtschaftssprache heißt - also die Fähigkeit, schnell Kunden zu gewinnen -, volle Digitalisierung und niedrige Kosten pro Filiale. Bestellt wird meist per App, die Läden sind klein, Sitzplätze selten. Für Mintel, ein internationales Marktforschungsunternehmen mit Fokus auf Konsumverhalten, Marktanalysen und Trendforschung, ist Cotti Coffee mehr als nur eine reine Filialeröffnung. Wie groß der Einfluss tatsächlich wird, hinge jedoch letztlich davon ab, wie schnell und wie breit das Unternehmen expandiere, sagt Analystin Eliana Riera-McInnes von Mintel Foodservice. Hinter der chinesischen Billig-Kette Cotti Coffee stehen Lu Zhengyao und Qian Zhiya, die einst Luckin Coffee zu einem rasanten Höhenflug führten, bevor ein Bilanzbetrugsskandal um mehrere hundert Millionen US-Dollar das Unternehmen 2020 fast in die Knie zwang. Beide verließen damals Luckin. Nur zwei Jahre später starteten sie mit Cotti Coffee ein nahezu identisches, aber noch aggressiveres Konzept. Luckin selbst betreibt heute wieder über 26.000 Filialen, überwiegend in China. Der Deutsche Kaffeeverband bewertet den Markteintritt der Chinesen als Ausdruck der wachsenden Internationalisierung des Kaffeemarktes. "Der Markteintritt von Cotti Coffee in Deutschland zeigt einmal mehr die anhaltend hohe Bedeutung von Kaffee in Deutschland - sowohl im Außer-Haus-Markt als auch im Einzelhandel", sagt Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer des Verbandes.













