12.000 Tote in Iran? Was wir über die Opferzahlen wissen
ZDF
In sozialen Netzwerken ist von 12.000 Toten bei den Protesten in Iran die Rede. Was lässt sich über die Opferzahl sagen?
In sozialen Netzwerken ist von 12.000 Toten bei den Protesten in Iran die Rede. ZDFheute hat Videos analysiert und Opferzahlen von Menschenrechtsorganisationen ausgewertet. Nach großen Demonstrationen in der vergangenen Woche sind die Massenproteste in Iran vorerst verstummt. Die Staatsführung hat versucht, die Proteste im Land schnell und gezielt niederzuschlagen und zu unterdrücken. Durch die landesweite Internetsperre wurde das Ausmaß der Gewalt dabei nicht direkt sichtbar. Mittlerweile gibt es immer mehr Berichte über Tote und Verletzte bei den Demonstrationen - vereinzelt wird auch von regelrechten Massakern gesprochen.Unter den Social-Media-Beiträgen des ZDF zur Lage in Iran häufen sich derweil Kommentare mit einer erschreckenden Zahl: 12.000 Tote soll es bei den aktuellen Protesten bereits geben. ZDFheute hat Videos aus Iran analysiert - darunter Aufnahmen aus Leichenhallen, die wir aufgrund ihrer Brutalität nicht zeigen wollen. Was lässt sich über die Opferzahl sagen? Die Angaben zu Opferzahlen für das ganze Land variieren stark je nach Quelle. Aussagen unabhängiger Organisationen liegen deutlich unter den 12.000, die in vielen Kommentaren genannt werden: Die oft zitierte Zahl von 12.000 Toten stammt aus einem Bericht von Iran International, einem 2017 gegründeten, privaten persisch-sprachigen Nachrichtensender mit Sitz in London, der international über Satellit, Internet und andere Kanäle rund um die Uhr Nachrichten, Berichte und Analysen über den Iran und die Region ausstrahlt. Der Bericht stützt sich auf Quellen aus dem Obersten Nationalen Sicherheitsrat des Iran, dem Präsidentenamt und der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) - also auf staatliche Stellen des Regimes. Iran International schreibt selbst, dass diese Zahl schwer zu verifizieren sei. Der Sender richtet sich insbesondere an Menschen in Iran und in der iranischen Diaspora und operiert unabhängig von staatlich kontrollierten Medien. Die iranische Regierung stuft Iran International als "terroristische Organisation" ein und verbietet jegliche Zusammenarbeit.













