Özdemir und Hagel harmonisch – gegen AfD-Mann Frohnmaier
ZDF
Beim TV-Triell in Baden-Württemberg setzten CDU-Kandidat Hagel und der Grüne Cem Özdemir vor allem auf Attacken gegen den Kandidaten der AfD.
Beim TV-Triell in Baden-Württemberg verzichteten CDU-Kandidat Hagel und der Grüne Cem Özdemir auf gegenseitige Attacken. Stattdessen: Gemeinsame Front gegen den AfD-Kandidaten. Weniger als zwei Wochen vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg kämpften die drei aussichtsreichsten Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten im TV-Triell im SWR um die Gunst der Wähler. 90 Minuten lang stellten sich Cem Özdemir (Grüne), Manuel Hagel (CDU) und Markus Frohnmaier (AfD) den Fragen der Moderatoren. Doch wer Frontalangriffe der Spitzenkandidaten von Grünen und CDU erwartet hatte, wurde enttäuscht - klare Abgrenzung gab es hauptsächlich gegen die AfD. Selbst einen aktuellen Sexismus-Vorwurf gegen Hagel nutzte Özdemir nicht. Das waren die wichtigsten Erkenntnisse des TV-Triells. Mit Spannung wurde erwartet, ob der rhetorisch starke Özdemir (60) die Bühne zur Attacke nutzt. Er hätte CDU-Mann Hagel (37) in die Ecke drängen können. Doch das Gegenteil ist an diesem Abend der Fall: Özdemir umarmt seinen konservativen Kontrahenten regelrecht. Sogar Koalitionsgespräche erwähnt er schon. Denn: Die wahrscheinlichste Regierungskonstellation nach der Landtagswahl am 8. März ist Umfragen zufolge ein schwarz-grünes Bündnis. Am Ende darf Özdemir eine Frage stellen, es klingt fast wie eine Liebeserklärung an Hagel: "Wir haben zehn Jahre gemeinsam dieses Land gut regiert, in guten wie in schlechten Tagen unter grüner Führung. Ich wüsste gerne von Ihnen: Was schätzen Sie an meiner Partei, an den Grünen in Baden-Württemberg?" Hagel ist nicht ganz so auf Kuschelkurs, muss aber einräumen, dass die Grünen einen Anteil gehabt hätten an der verlässlichen Regierung.













