
Wenn Mütter im Wochenbett psychiatrische Hilfe brauchen
n-tv
Wenn die Schwangerschaft und Entbindung hinter den Müttern liegt und das Kind endlich da ist, folgt nicht nur unendliches Glück. Manche leiden unter Wochenbettdepressionen oder anderen psychischen Erkrankungen - sie müssen aber weiter ihr Baby versorgen. Was können Mütter tun, um diese Belastungen zu bewältigen?
Menschen in einer psychischen Krise müssen oft lange auf einen Behandlungsplatz warten. "Für junge Mütter mit Neugeborenen ist die Situation oft besonders schwer, denn sie müssen auch ihre Babys versorgen", sagt die Berliner Psychiaterin und Psychotherapeutin Britta Janßen. Plätze auf Mutter-Kind-Stationen in psychiatrischen Kliniken seien rar und meist nur nach langfristiger Anmeldung zu bekommen. Im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf besuchen Janßen und Kollegen solche Patientinnen deshalb nun auch gezielt zu Hause.
"Mütter mit Babys sind absolut unterversorgt, was psychiatrische Behandlungen anbelangt. Diese Patientinnen sehen wir nur im Krankenhaus, wenn sie so schwer krank sind, dass es wirklich gar nicht mehr anders geht", sagt Janßen, die an der Vivantes-Klinik für Psychiatrie im Klinikum in Kaulsdorf arbeitet. So sei die Idee entstanden, diesen Frauen möglichst frühzeitig zu Hause zu helfen. Zu ihren Patientinnen gehörte Franziska Zellmer, die im März ihr erstes Kind bekam. Eine halbe Stunde Schlaf pro Nacht, mehr sei für sie in den ersten Wochen nach der Geburt nicht möglich gewesen. "Ich lag wie ein Duracell-Hase im Bett und habe nur darauf gewartet, dass die Kleine wieder gestillt werden muss", erinnert sich die 35-Jährige.
Der permanente Schlafmangel setzte der jungen Mutter immer mehr zu. "Ich hatte Probleme beim Stillen, war nur noch wütend auf mich selbst und hatte irgendwann Angst, mir oder der Kleinen etwas anzutun. Irgendwann bin ich zusammengebrochen und kam hyperventilierend in die Notaufnahme", erzählt Zellmer. Dort vermittelten ihr die Ärzte den Kontakt zum Team von Britta Janßen. Zwei Tage später kamen Therapeuten zu der Patientin nach Hause. "Ich bekam einige Wochen lang täglich Besuch. Es war immer wie ein Lichtblick und hat mir super geholfen", erzählt die junge Mutter, bei der eine Wochenbettdepression und eine Anpassungsstörung diagnostiziert wurden.













