
Warum trifft Alzheimer vor allem Frauen?
n-tv
Frauen sind deutlich häufiger von Alzheimer betroffen als Männer, auch bei gleicher Lebenserwartung. Genetische und hormonelle Faktoren spielen eine Rolle. Doch auch soziale Aspekte und späte Diagnosen verschärfen das Problem.
Frauen sind deutlich häufiger von Alzheimer betroffen als Männer, auch bei gleicher Lebenserwartung. Genetische und hormonelle Faktoren spielen eine Rolle. Doch auch soziale Aspekte und späte Diagnosen verschärfen das Problem.
Frauen erkranken häufiger an Alzheimer als Männer - selbst wenn man ihre höhere Lebenserwartung aus der Statistik rechnet. Liegt das daran, dass viele Erkrankte in ihrer Jugend weniger Chancen auf Bildung und ein komfortables Leben hatten als männliche Altersgenossen? Wahrscheinlich nur zu einem geringen Teil, meinen Fachleute. "Es deutet vieles darauf hin, dass das Verhältnis auch bei komplett gleichen Voraussetzungen nicht eins zu eins wäre", sagt Steffi Riedel-Heller von der Universität Leipzig.
Rund zwei Drittel aller Menschen mit Alzheimer sind Frauen. Die Krankheit wird überwiegend nach dem 65. Lebensjahr diagnostiziert, besonders häufig jenseits von 80 Jahren. An der Häufigkeitsverteilung hat darum großen Anteil, dass Frauen im Mittel deutlich länger leben als Männer. Die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt liegt der Sterbetafel 2022/2024 zufolge für Männer in Deutschland bei 78,5 Jahren, für Frauen bei 83,2 Jahren.
An biologischen Faktoren liegt dies übrigens nicht, wie Johannes Levin vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) erklärt. "Ausschlag gibt wohl vielmehr das allgemeine Risikoverhalten." Männer lebten im Mittel ungesünder und gefährlicher - besser auf ihr Wohl achtende Gruppen wie Mönche hätten eine ähnlich hohe Lebenserwartung wie Frauen.
Doch selbst um die Lebenserwartung korrigiert bleibt ein Unterschied mit Blick auf Alzheimer: Frauen erkranken auch in gleichen Altersgruppen merklich häufiger. Das Verhältnis liege bei etwa 60:40, sagt der Neurologe Wenzel Glanz von der Uniklinik Magdeburg. Gesicherte Ergebnisse, woran genau das liegt, gibt es nicht - eine Menge Hinweise aber schon. Die zeigen vor allem: Es ist komplex.













